Zwei Fehlschläge begleiten fast jeden Golfeinstieg. Beim einen hoppelt der Ball dreissig Meter dem Boden entlang. Beim anderen bleibt der Schläger im Rasen stecken, und der Ball liegt am Ende fast noch dort, wo er lag. Toppen und Duffen heissen die beiden.

Sie sehen so verschieden aus, dass man sie für zwei getrennte Probleme hält. Das sind sie nicht. Beide entstehen an derselben Stelle im Schwung.

Was beim Toppen passiert

Ein getoppter Ball wird oberhalb seines Äquators getroffen — meist mit der Unterkante des Schlägers statt mit der Schlagfläche. Der Ball fliegt kaum, er rollt. Ein Divot entsteht nicht, weil der Schläger den Boden gar nie erreicht.

Trifft der Schläger den Ball knapp unterhalb der Mitte, aber immer noch zu hoch, nennt man das einen dünnen Schlag. Der Übergang ist fliessend: Beides ist dieselbe Bewegung, nur unterschiedlich stark ausgeprägt.

Was beim Duffen passiert

Beim gedufften Schlag — im Englischen fat oder chunk — dringt der Schläger vor dem Ball in den Boden ein. Er bremst also ab, bevor er den Ball überhaupt berührt. Deshalb fehlt fast die ganze Länge, obwohl sich der Schwung kräftig angefühlt hat.

Auch das Gegenteil kommt vor: Der Schläger trifft zuerst den Ball, gräbt sich danach aber zu tief ein. Das Gefühl ist dasselbe, die Länge fehlt trotzdem.

Der gemeinsame Nenner heisst Tiefpunkt

Der Golfschwung ist ein Bogen. Irgendwo hat dieser Bogen seinen tiefsten Punkt — im Englischen Low Point. Bei einem sauberen Eisenschlag vom Boden liegt er vor dem Ball, also in Richtung Ziel. Der Schläger trifft zuerst den Ball und erst danach den Boden. Das Divot beginnt deshalb hinter dem Ball, nicht davor.

Der Golflehrer Adam Young nennt für Tour-Profis mit dem Eisen 7 typischerweise drei bis fünf Zoll, also rund acht bis dreizehn Zentimeter vor dem Ball. Das ist keine Vorgabe für Einsteiger, sondern eine Orientierung: Der Tiefpunkt gehört klar auf die Zielseite.

Liegt er stattdessen hinter dem Ball, sitzt man in der Klemme. Berührt der Schläger den Boden, gibt es einen gedufften Schlag. Verfehlt er ihn, weil der Bogen minimal höher läuft, gibt es einen getoppten. Zwei Fehler, eine Ursache — und deshalb wechseln sie sich bei vielen Anfängern ab.

Dazu kommt die Höhe: Bleibt der ganze Bogen zu hoch, toppt man auch dann, wenn der Tiefpunkt horizontal richtig sitzt.

Der Mythos vom zu früh gehobenen Kopf

Nach einem getoppten Ball kommt der Satz fast zuverlässig aus dem Flight: Du hast den Kopf zu früh hochgenommen. Karl Villwock stellt das in einem Trainingsbeitrag auf golf.de vom Juli 2025 klar richtig: Daran liegt es nicht. Toppen hat fast immer mit der Position des tiefsten Punktes zu tun — zu weit rechts, zu weit links oder insgesamt zu hoch.

Villwock nennt auch einen häufigen Auslöser: das Löffeln, also der Versuch, den Ball mit den Händen nach oben zu befördern. Sein Hinweis dazu: Ein grosser Teil der Treffpunkt-Probleme löst sich, wenn man gerade ausholt statt den Schläger nach innen zu ziehen.

Der zweite Mythos: den Ball hochheben wollen

Der Ball muss nicht angehoben werden. Die Schlagfläche eines Eisens ist nach hinten geneigt, und genau diese Neigung — der Loft — erzeugt die Flughöhe. Wer nachhilft, hebt den Schwungbogen an und toppt.

Der umgekehrte Reflex wirkt genauso: Wer Angst hat, in den Boden zu schlagen, zieht die Arme an. Auch das hebt den Bogen. Ein sauberer Eisenschlag nimmt Rasen mit. Das ist kein Fehler, sondern das Ziel.

Wie du deinen Tiefpunkt sichtbar machst

Du brauchst keinen Launch Monitor, um zu sehen, wo dein Bogen unten ist. Drei Wege funktionieren auf jeder Übungsanlage.

  • Divot lesen: Liegt das Divot auf der Zielseite der Stelle, an der der Ball lag, war der Tiefpunkt vor dem Ball. Beginnt es davor, war er dahinter.
  • Sandübung: Im Bunker eine dünne Schicht Sand abnehmen, ohne Ball. Der Sand zeigt sehr genau, wo der Schläger zuerst aufkam. Danach rechen und wiederholen. Adam Young empfiehlt diese Übung, weil das Feedback sofort kommt.
  • Grosser Chip: Ball in die Mitte, Stand hüft- bis schulterbreit, Hände leicht vor dem Ball. Die linke Hüfte etwas nach links schieben, den Kopf stabil lassen, das Gewicht links halten. Villwock nutzt diese Übung, um den Tiefpunkt zuverlässig tief genug zu bekommen.

Wenn du beim Üben merkst, dass der Ball zwar sauber getroffen wird, aber trotzdem seitlich abbiegt, ist das ein anderes Thema: Slice und Hook.

Und wenn der Ball fast im rechten Winkel wegschiesst, steckt meist der Schaftansatz dahinter — dazu haben wir einen eigenen Artikel über den Shank.

Wo du das in der Schweiz übst

Treffpunkt-Training gehört auf die Range, nicht auf den Platz. In unserer Datenbank haben 96 der 108 Schweizer Anlagen eine Driving Range. Sechs davon sind reine Übungsanlagen ohne eigenen Platz, alle als Pay and Play geführt.

Im Kanton Zürich ist das zum Beispiel Albis-Golf in Wettswil, im Aargau Golf Mägenwil zwischen Baden und Lenzburg. Beide sind Übungsanlagen, auf denen du dich in Ruhe mit dem Tiefpunkt beschäftigen kannst.

Der nächste Schritt ist eine kurze Anlage, auf der jeder Schlag zählt. Pitch&Putt Bad Schinznach im Aargau ist so ein Ort. Warum Kurzplätze für den Einstieg so gut funktionieren, steht im Ratgeber zu Kurzplatz und Pitch-and-Putt.

Wer noch am Anfang steht und wissen will, was für den Zugang zum Platz nötig ist, findet die Details im Ratgeber zur Platzreife.

Wann ein hoher Tiefpunkt kein Fehler ist

Beim Driver vom Tee dreht sich die Sache um. Dort darf der Tiefpunkt hinter dem Ball liegen, weil der Schläger den Ball idealerweise im Aufwärtsgang trifft. Adam Young beschreibt für seinen eigenen Driver bis zu neun Zoll hinter dem Ball. Ein Divot gehört hier ausdrücklich nicht dazu.

Das ist ein Grund, warum das Wort Toppen mit dem Driver anders zu bewerten ist als mit dem Eisen 7. Die Bewegung, die vom Boden weg sauber trifft, ist nicht dieselbe, die vom Tee weit fliegt.

Kurz zusammengefasst

  • Toppen heisst: Der Schläger trifft den Ball oberhalb des Äquators, meist mit der Unterkante. Der Ball bleibt flach, ein Divot entsteht nicht.
  • Duffen heisst: Der Schläger geht vor dem Ball in den Boden und verliert Tempo, bevor er den Ball trifft.
  • Beide Fehler hängen am Tiefpunkt des Schwungbogens. Beim Eisen vom Boden gehört er vor den Ball — bei Tour-Profis mit dem Eisen 7 rund acht bis dreizehn Zentimeter.
  • Der Kopf ist nicht schuld. Der Satz vom zu früh gehobenen Blick erklärt den Fehler nicht.
  • Das Divot verrät die Wahrheit: Liegt es auf der Zielseite des Balls, stimmt der Tiefpunkt.