Meine erste Runde war kein richtiger Golfplatz. Es war ein Kurzplatz mit drei Löchern, geliehenem Eisen und viel zu vielen Schlägen. Genau deshalb hat es Spass gemacht. Kein Vierer im Nacken, kein langer Weg, kein Handicap nötig. Wer mit Golf anfängt, ist auf einem Kurzplatz oft besser aufgehoben als auf dem grossen Championship-Platz. Hier steht, warum.
Was ein Kurzplatz überhaupt ist
Ein Kurzplatz ist genau das: ein Golfplatz mit kurzen Löchern. Statt 400 Meter bis zur Fahne sind es 40 bis 100. Du brauchst kein volles Set, oft reichen ein Eisen und ein Putter. Viele dieser Plätze haben drei, fünf oder sechs Löcher, manche neun. In unserer Datenbank sind sie als Kurzplatz oder Pitch-and-Putt geführt, im Unterschied zu den vollen 9- und 18-Loch-Anlagen.
Der Reiz für Einsteiger liegt in der Nähe zum Grün. Auf dem grossen Platz entscheidet der weite Abschlag, auf dem Kurzplatz das kurze Spiel. Und genau das brauchst du später am häufigsten.
Academy, Pitch-and-Putt, 3-Loch: die Typen kurz erklärt
Die Namen klingen wild, gemeint ist meist dasselbe in verschiedenen Grössen.
- Academy-Platz: ein Übungsplatz mit echten Löchern, oft 5 oder 6. Meist direkt neben der grossen Anlage.
- Pitch-and-Putt: kurze Löcher, bei denen du vor allem pitchst und puttest. Oft neun Löcher mit Par 3.
- 3-Loch-Kurzplatz: der kleinste Einstieg. Eine schnelle Schlaufe für eine halbe Stunde nach Feierabend.
Für den Anfang ist der Unterschied klein. Wichtiger ist, dass du überhaupt echte Löcher spielst, statt nur auf der Range Bälle zu schlagen.
Warum der Kurzplatz der bessere Einstieg ist
Drei Gründe. Erstens der Preis: eine Runde kostet oft einen Bruchteil eines normalen Greenfees. Zweitens die Hürde: viele Kurzplätze darfst du ohne Platzreife spielen. Was die Platzreife ist und wo du sie brauchst, steht in unserem Artikel Platzreife in der Schweiz. Drittens der Kopf: Auf drei kurzen Löchern machst du in einer Stunde mehr sinnvolle Schläge als in einer zähen 18-Loch-Runde, bei der du den Ball ständig suchst.
Und du merkst schnell, ob dir der Sport liegt, bevor du Geld für Ausrüstung ausgibst. Was du dafür wirklich brauchst, haben wir in Golfschläger für Anfänger aufgeschrieben. Für den Kurzplatz reicht weniger, als du denkst.
Wo du in der Schweiz ohne grosse Hürde startest
In unserer Datenbank haben 14 Pay-and-Play-Anlagen einen spielbaren Kurzplatz oder Pitch-and-Putt-Parcours. Pay-and-Play heisst: ohne Clubmitgliedschaft, du zahlst und spielst. Ein paar Beispiele.
Winterberg im Zürcher Weinland hat neben dem 9-Loch-Platz einen 3-Loch-Kurzplatz, der ausdrücklich ohne Handicap spielbar ist. Die Anlage kommt bei Google auf 4.6 aus 214 Bewertungen.
Appenzell Gonten bietet einen 5-Loch-Kurzplatz ab CHF 25, gleich neben dem grossen 18-Loch-Platz. Bewertung 4.6 aus 313 Stimmen.
Meggen am Vierwaldstättersee hat einen 6-Loch-Kurzplatz ab CHF 25. Die Lage am See macht schon die kurze Runde zum Erlebnis.
Der Golfpark Moossee bei Bern ist ein Migros-Golfpark mit Academy-Platz über 6 Löcher, Runde ab CHF 25. Ähnlich funktionieren die anderen Migros-Parks wie Otelfingen und Waldkirch.
Am Golfpark Zürichsee in Wangen spielst du einen 9-Loch-Pitch-and-Putt ab CHF 30. Mit 4.7 aus 243 Bewertungen ist er einer der beliebtesten Kurzplätze im Land.
Wer lieber selbst filtert, findet alle öffentlichen Anlagen unter Zugang Pay-and-Play.
Was so eine Runde kostet
Die Ab-Preise für einen Kurzplatz liegen in unserer Datenbank oft bei CHF 25 bis 35. Das ist ein Bruchteil dessen, was ein 18-Loch-Greenfee kostet. Verbindlich ist immer der Club, denn die Preise ändern sich saisonal und sind Ab-Preise.
Ein Wort zu den Bewertungen: Bei den grossen Anlagen sind sie aussagekräftig, Gonten und Meggen etwa haben je über 300 Stimmen. Bei kleinen Pitch-and-Putt-Plätzen ist die Datenlage dünn. Ein Platz mit 5.0 aus einer einzigen Bewertung sagt schlicht nichts. Lass dich davon nicht leiten und geh einfach hin.
Wann du den Kurzplatz hinter dir lässt
Irgendwann wird der Kurzplatz zu klein. Wenn der Ball zuverlässig fliegt und die drei Löcher langweilig werden, ist die 9-Loch-Runde der nächste Schritt. Viele der genannten Anlagen haben beides am selben Ort, du wechselst also nur den Startpunkt. Und wenn du wissen willst, welche Plätze besonders gut oder besonders günstig bewertet sind, helfen dir unsere Bestenlisten weiter.
Kurz zusammengefasst
- Ein Kurzplatz hat kurze Löcher: 3, 5, 6 oder 9, meist Par 3. Ideal zum Anfangen.
- 14 Schweizer Pay-and-Play-Anlagen haben einen spielbaren Kurzplatz oder Pitch-and-Putt.
- Viele Kurzplätze darfst du ohne Platzreife und ohne Mitgliedschaft spielen.
- Ab-Preise liegen oft bei CHF 25 bis 35, ein Bruchteil eines 18-Loch-Greenfees.
- Bei kleinen Plätzen ist die Bewertungslage dünn. Am besten einfach ausprobieren.