Kein anderer Golfer wird so oft als Wendepunkt genannt wie Tiger Woods. Aber was ist davon belegt, und was ist Legende? Hier stehen nur Zahlen, die sich nachprüfen lassen. Bei allem anderen sage ich dir offen, dass es sich nicht beziffern lässt.

Tiger Woods in Zahlen

Die Eckdaten zuerst. Du kannst sie überall nachlesen, zum Beispiel in der Übersicht seiner Karriere-Erfolge auf Wikipedia.

  • 15 Major-Titel. Mehr haben nur Jack Nicklaus mit 18.
  • 82 offizielle Siege auf der PGA Tour.
  • 683 Wochen auf Platz 1 der Weltrangliste. Der Zweitbeste, Greg Norman, kommt auf 331.
  • 281 Wochen am Stück an der Spitze, vom 12. Juni 2005 bis zum 30. Oktober 2010.
  • Elf Mal PGA-Tour-Spieler des Jahres, ein Rekord.

Wer die vier Turniere hinter dem Wort Major nicht auseinanderhalten kann: Hier sind die vier Majors erklärt. Tiger gewann alle vier mehrfach: das Masters fünf Mal, die PGA Championship vier Mal, die US Open drei Mal und die British Open drei Mal.

1997: ein Masters mit zwölf Schlägen Vorsprung

Der erste Major-Sieg kam 1997 in Augusta. Tiger war 21 Jahre und 104 Tage alt, der jüngste Masters-Sieger der Geschichte. Er gewann mit 270 Schlägen, 18 unter Par, und zwölf Schlägen Vorsprung. Wie das Turnier funktioniert, steht im Artikel über das Masters in Augusta.

Der Tiger Slam: vier Majors in Folge

Zwischen Juni 2000 und April 2001 gewann Tiger vier Majors hintereinander: die US Open am 18. Juni 2000, die British Open am 23. Juli, die PGA Championship am 20. August und das Masters am 8. April 2001. Das Wort dafür ist Tiger Slam. Die US Open in Pebble Beach gewann er mit 15 Schlägen Vorsprung, bis heute ein Mass für Dominanz.

Konstanz, die man leicht übersieht

Siege sind laut. Leiser, aber fast beeindruckender: Tiger schaffte es 142 Mal in Folge über den Cut. Die Serie dauerte mehr als sieben Saisons und endete 2005 bei der Byron Nelson Championship. Wer Golf spielt, weiss, wie selten zwei gute Runden hintereinander gelingen.

2019: das Masters nach 14 Jahren

2019 gewann Tiger sein fünftes Masters. Dazwischen lagen 14 Jahre, die längste Lücke zwischen zwei Siegen in der Turniergeschichte. Es war sein erster Major-Sieg seit elf Jahren. Mit 43 wurde er zum zweitältesten Masters-Sieger. Warum es dafür ein Jackett gibt, erfährst du hier: das grüne Jackett.

Was sich nicht messen lässt

Oft heisst es, Tiger habe Golf populärer gemacht, die Preisgelder hochgetrieben und eine neue Generation fitter Spieler geprägt. Das klingt plausibel. Eine saubere Zahl dafür habe ich aber nicht gefunden, die Wirkung ist schwer von anderen Entwicklungen zu trennen. Darum nenne ich keine. Belegt ist die sportliche Bilanz. Alles darüber hinaus bleibt Einschätzung.

Und in der Schweiz?

Vom Fernsehen aufs eigene Fairway ist es nicht weit. Crans-sur-Sierre ist der bekannteste Platz des Landes, Par 72, Greenfee ab CHF 140. 4.5 Sterne aus 1333 Google-Bewertungen. Günstiger und kürzer geht es in Meggen: 9 Löcher am Vierwaldstättersee, werktags ab CHF 65, 4.6 Sterne aus 653 Bewertungen. Wo die Schweizer Plätze im Vergleich stehen, zeigen die Bestenlisten, live aus unserer Datenbank.

Kurz zusammengefasst

  • Tiger Woods gewann 15 Majors und 82 Turniere auf der PGA Tour.
  • Er stand insgesamt 683 Wochen auf Platz 1, davon 281 Wochen am Stück.
  • Der Tiger Slam: vier Majors in Folge zwischen Juni 2000 und April 2001.
  • 2019 gewann er mit 43 sein fünftes Masters, 14 Jahre nach dem vierten.
  • Sein Einfluss auf Preisgelder und Beliebtheit des Sports lässt sich nicht sauber beziffern.