Im Golf gibt es hunderte Turniere pro Jahr. Vier davon zählen mehr als der ganze Rest zusammen. Man nennt sie die Majors. Wer einen davon gewinnt, steht für immer in den Geschichtsbüchern. Hier steht, welche vier das sind, wie sie sich unterscheiden und warum ausgerechnet diese vier so viel Gewicht haben.
Was einen Major zu einem Major macht
Ein Major ist nicht offiziell verliehen wie ein Titel. Es ist eine gewachsene Übereinkunft. Über Jahrzehnte haben sich vier Turniere als die wichtigsten durchgesetzt: das Masters, die PGA Championship, die US Open und The Open Championship. Sie haben die stärksten Felder, die härtesten Plätze und die längste Geschichte. Wer alle vier einmal gewinnt, schafft den Karriere-Grand-Slam. Das ist nur wenigen Spielern gelungen.
Die Saison läuft immer gleich. Das Masters im April eröffnet, danach folgen im Monatsrhythmus die drei anderen. Ende Juli ist die Major-Saison vorbei. Ich gehe sie hier in dieser Reihenfolge durch.
Das Masters: April in Augusta
Das Masters ist der jüngste der vier Majors. Es wurde 1934 zum ersten Mal gespielt. Trotzdem ist es heute das berühmteste Golfturnier der Welt. Das liegt vor allem am Platz: Das Masters wird als einziger Major jedes Jahr am selben Ort ausgetragen, im Augusta National Golf Club in Georgia. Jeder Kenner weiss, wie das 12. und das 13. Loch aussehen.
Das Feld ist das kleinste aller Majors, weil man nur auf Einladung teilnimmt. Der Sieger bekommt kein Preisgeld auf die Bühne gereicht, sondern ein grünes Sakko. 2026 gewann Rory McIlroy in Augusta sein zweites grünes Sakko in Folge. Wie das Turnier entstand, wie das grüne Sakko dazukam und wie man überhaupt teilnimmt, steht ausführlich in unserem Artikel zum Masters in Augusta.
Die PGA Championship: Mai
Die PGA Championship gibt es seit 1916. Sie wird von der PGA of America ausgerichtet, dem Verband der amerikanischen Golflehrer und Berufsspieler. Anders als das Masters wandert sie jedes Jahr auf einen anderen Platz. Ihr Ruf: das Major mit dem tiefsten, stärksten Feld, weil überdurchschnittlich viele Weltklassespieler startberechtigt sind.
2026 wurde die 108. PGA Championship im Aronimink Golf Club in Newtown Square, Pennsylvania, gespielt. Es gewann der Engländer Aaron Rai, für viele eine Überraschung. Genau das macht dieses Major aus: Weil das Feld so tief ist, gibt es hier häufiger unerwartete Sieger als anderswo.
Die US Open: Juni
Die US Open läuft seit 1895 und wird von der USGA organisiert, dem amerikanischen Golfverband. Sie gilt als der härteste Test im Golf. Die Plätze werden bewusst extrem schwer präpariert: enge Fairways, hohes Rough, schnelle Grüns. Ein Par ist hier oft ein sehr gutes Ergebnis.
Das Wort Open ist wörtlich gemeint. Grundsätzlich kann sich jeder Profi und jeder gute Amateur über eine Qualifikation ins Feld spielen. Der Weg ist steinig, aber offen. 2026 fand die US Open im Shinnecock Hills Golf Club in Southampton im Staat New York statt. Wyndham Clark gewann dort seinen zweiten US-Open-Titel.
The Open Championship: Juli
The Open Championship, bei uns oft British Open genannt, ist das älteste der vier Majors. Es wurde 1860 zum ersten Mal ausgetragen. Organisiert wird es von The R&A, dem Regelhüter des Golfs mit Wurzeln in St Andrews. Gespielt wird immer auf einem Links-Platz an der Küste Grossbritanniens, auf hartem Boden, im Wind und oft im Regen.
Der Sieger bekommt den Claret Jug, eine silberne Kanne, und den Titel Champion Golfer of the Year. 2026 wurde The Open in Royal Birkdale in Southport, England, gespielt. Es gewann der Neuseeländer Ryan Fox. Wer Golf in seiner ursprünglichsten Form sehen will, schaut sich dieses Turnier an: kein amerikanisches Grün-in-Grün, sondern brauner Rasen, Dünen und Wetter.
Warum genau diese vier
Die vier Majors decken zusammen die ganze Bandbreite des Golfs ab. Das Masters steht für Tradition an einem einzigen, perfekten Ort. Die PGA Championship für das stärkste Feld. Die US Open für den brutalen Test. The Open für die Geschichte und das Spiel im Wind. Ein Spieler, der alle vier gewinnt, hat auf jedem Untergrund und in jedem Stil bestanden. Deshalb wiegt der Karriere-Grand-Slam so schwer.
Wichtig zu wissen: Es gibt vier Majors bei den Herren und vier eigene bei den Damen. Die Damen-Majors sind andere Turniere. Wenn im Fernsehen von den Majors die Rede ist, sind meist die vier der Herren gemeint.
Und die Schweiz?
Alle vier Majors finden in den USA und in Grossbritannien statt. In die Schweiz kommt keines davon. Trotzdem musst du für Profigolf nicht ins Ausland reisen. Das grösste Turnier bei uns sind die Omega European Masters auf dem Golfplatz Crans-sur-Sierre in Crans-Montana. Sie gehören zur DP World Tour, der grossen europäischen Tour, und werden seit 1939 auf demselben Platz gespielt. 2026 finden sie vom 3. bis 6. September statt.
Dazu kommt die Swiss Seniors Open im Golfclub Bad Ragaz, ein Turnier der Legends Tour für Profis über 50, das dort seit 1997 gespielt wird. Welche Turniere du in der Schweiz als Zuschauer live sehen kannst und wie du hinkommst, haben wir in einem eigenen Artikel zu den Golfturnieren in der Schweiz zusammengetragen.
Kurz zusammengefasst
- Die vier Herren-Majors sind Masters (seit 1934), PGA Championship (seit 1916), US Open (seit 1895) und The Open Championship (seit 1860).
- Sie laufen von April bis Juli, jeweils im Monatsabstand. Nur das Masters wird jedes Jahr am selben Ort gespielt, in Augusta.
- Jeder Major hat einen eigenen Charakter: Masters die Tradition, PGA das stärkste Feld, US Open den härtesten Test, The Open die Geschichte und den Wind.
- 2026 gewannen Rory McIlroy (Masters), Aaron Rai (PGA), Wyndham Clark (US Open) und Ryan Fox (The Open).
- In der Schweiz gibt es kein Major, aber mit den Omega European Masters in Crans-Montana und der Swiss Seniors Open in Bad Ragaz zwei sehenswerte Profiturniere.