Wo hört Golf auf? Wer nach dem nördlichsten Golfplatz der Welt sucht, landet schnell in Norwegen. Dort liegt ein 18-Loch-Platz bei Tromsø, rund 2'500 Kilometer Luftlinie von Lipperswil im Thurgau entfernt. Weiter nördlich wird es kleiner: Eine 9-Loch-Anlage in der kanadischen Arktis liegt noch höher. Wir haben die Angaben geprüft. Du siehst hier, wo ein Titel sauber belegt ist und wo mehrere Plätze denselben Anspruch erheben.
Die Antwort kommt auf die Frage an
Den einen nördlichsten Golfplatz gibt es nicht. Es kommt darauf an, was du zählst. Alle Anlagen? Ab 18 Löchern? Links-Plätze? Jede Kategorie hat ihren eigenen Spitzenreiter. Das erklärt, warum du im Netz verschiedene Antworten findest.
Tromsø: der nördlichste 18-Loch-Platz
Der Tromsø Golf Club nennt sich die nördlichste 18-Loch-Anlage der Welt. Visit Norway beschreibt ihn genauso. Der Club wurde 1996 gegründet, der 18-Loch-Platz 2002 eröffnet. Er liegt in Ramfjordbotn, rund 45 Kilometer von Tromsø entfernt, mit den Lyngen-Alpen als Kulisse. Geplant hat ihn der schwedische Golfarchitekt Jan Sederholm.
Die Koordinaten: Wikipedia führt Tromsø bei etwa 69° 39' nördlicher Breite. Im Sommer bleibt es dort nachts hell. Laut Visit Norway lässt sich unter der Mitternachtssonne spielen. Öffnungszeiten und Tarife nennt der Club auf seiner Website.
Ulukhaktok: neun Löcher bei 70° 44' Nord
Noch weiter nördlich liegt Ulukhaktok in den kanadischen Northwest Territories. Die Wikipedia-Liste der nördlichsten Objekte führt dort eine 9-Loch-Anlage bei 70° 44' Nord. Das Links Magazine beschreibt rund 2'000 Yards, künstliche Grüns und Abschläge mitten in der Tundra. Wer den nördlichsten Golfplatz überhaupt sucht, landet also in Kanada. Wer 18 Löcher verlangt, bleibt in Norwegen.
Lofoten Links und Banak Links: zwei Plätze, ein Titel
Bei den Links-Plätzen wird es lebendig. Das Links Magazine nennt den Lofoten Links in Gimsøysand die nördlichste Links-Anlage der Welt. Sie liegt bei etwa 68° 20' Nord und hat 18 Löcher auf 6'687 Yards. Angefangen hat sie in den 1990er-Jahren mit sechs Löchern, seit 2015 sind es 18. Die Saison läuft von Anfang Mai bis Mitte Oktober. Zwischen Mitte Mai und Ende Juli ist Spiel rund um die Uhr möglich.
Der Albrecht Golf Guide schreibt dasselbe über den Banak Links bei Lakselv: Der Club trage den Titel der nördlichsten Links-Anlage der Welt. Dort sind es 9 Löcher. Der Club wurde 1997 gegründet, der Platz 2010 eröffnet. Beide Angaben kommen von Dritten, beide Plätze sind einen Besuch wert. Wir entscheiden das nicht für dich. Den exakten Breitengrad von Lakselv haben wir nicht belegt, deshalb nennen wir ihn nicht.
Und die Schweiz?
Ein Blick in unsere eigene Datenbank hilft beim Einordnen. Der nördlichste unserer Schweizer Plätze ist Lipperswil im Thurgau, bei 47,62° Nord. Der südlichste ist Lugano in Magliaso, bei 45,98° Nord.
Der Abstand zu Tromsø beträgt rund 22 Breitengrade. Zwischen Lipperswil und Lugano liegen dagegen 1,6 Grad, etwa 180 Kilometer Luftlinie. Die Schweiz ist kompakt. Dafür hat sie etwas anderes zu bieten: Höhe. Wie weit oben du hier spielen kannst, steht bei den höchstgelegenen Golfplätzen der Schweiz. Das weltweite Gegenstück findest du im Artikel über den höchstgelegenen Golfplatz der Welt.
Lohnt sich die Reise nach Norden?
Für Golfer mit Entdeckerlust: ja. Tromsø liegt laut Visit Norway rund 45 Minuten Autofahrt vom Flughafen entfernt. Die Saison ist kurz, die Sommernächte sind hell. Wie wir mit Saisonfenstern in der Schweiz umgehen, steht in unserem Überblick zur Schweizer Golfsaison.
Mehr aussergewöhnliche Plätze findest du in den 5 verrücktesten Golfplätzen der Welt.
Kurz zusammengefasst
- Der nördlichste 18-Loch-Platz ist laut Club und Visit Norway der Tromsø Golf Club (rund 69° 39' Nord, eröffnet 2002).
- Weiter nördlich liegt eine 9-Loch-Anlage in Ulukhaktok, Kanada, bei 70° 44' Nord.
- Den Titel nördlichste Links-Anlage nennen sowohl Lofoten Links (18 Löcher) als auch Banak Links (9 Löcher).
- Unser nördlichster Schweizer Platz ist Lipperswil bei 47,62° Nord, rund 22 Breitengrade südlich von Tromsø.
- Öffnungszeiten und Tarife nennen die Clubs auf ihren Websites.