Auf der Riederalp im Wallis steht der höchste Golfplatz der Schweiz. 2000 Meter über Meer. Hier ist die Luft dünn, der Ball fliegt weiter, und der Blick reicht bis zu den Viertausendern. Golf im Hochgebirge ist eine kleine Schweizer Spezialität: Kaum ein anderes Land bringt so viele Plätze so weit hinauf. Die Schweiz hat mehr als ein Dutzend Anlagen, die höher liegen als jeder Gipfel im Schwarzwald. Wir haben die höchsten der Reihe nach sortiert — jeweils mit der Höhenangabe des Clubs.

Riederalp — 2000 Meter, der höchste

Der Golfclub Riederalp liegt auf 2000 Metern über Meer. Damit ist er der höchstgelegene Golfplatz der Schweiz und zugleich der höchste 9-Loch-Platz Europas. Neun Löcher, Par 36, eröffnet 1987. Die Riederalp ist autofrei: Man fährt mit der Seilbahn hinauf, die Golftasche kommt mit.

Arosa — 1800 Meter, und trotzdem 18 Löcher

Der Golf Club Arosa in Graubünden liegt auf rund 1800 Metern. 18 Löcher, Par 65 — einer der höchsten 18-Loch-Plätze Europas. Die ersten neun Bahnen entstanden 1946 nach Plänen von Donald Harradine, 2001 kam die zweite Hälfte dazu. Zwischen tiefstem und höchstem Loch liegen fast 100 Höhenmeter.

Samedan — der älteste Club im Land

Im Oberengadin, auf rund 1700 Metern, liegt die Anlage Samedan des Engadine Golf Club. Gegründet 1893, ist er der älteste Golfclub der Schweiz. Gespielt wird auf 18 Löchern, Par 72, in der weiten Ebene zwischen Samedan, Punt Muragl und Celerina.

Wen die Anfänge des Schweizer Golfs interessieren: In unserem Beitrag über die ältesten Golfplätze der Schweiz steht mehr dazu.

Verbier, Villars und Davos — die 1600er

Knapp darunter drängen sich drei Plätze zusammen.

  • Verbier (Wallis): Der Platz beginnt auf etwa 1800 Metern und fällt bis zum Schlussloch auf rund 1600 Meter ab.
  • Villars (Waadt): 18 Löcher, Par 69, auf 1600 Metern. Der Club besteht seit 1922, seit 1973 am heutigen Standort.
  • Davos (Graubünden): 1560 Meter, 18 Löcher — mitten in der höchstgelegenen Stadt Europas. Der Platz von 1966 wurde 2010 umgebaut.

Crans und Sedrun — 1500 Meter, zwei Welten

Auf 1500 Metern liegen zwei sehr unterschiedliche Adressen. Crans-sur-Sierre über Crans-Montana ist die bekannteste Höhenlage im Land: Der Severiano-Ballesteros-Platz trägt jedes Jahr das European Masters aus. Daneben gibt es hier einen kurzen 9-Loch-Platz, der den Namen von Jack Nicklaus trägt.

Sedrun in der Surselva ist das ruhige Gegenstück — neun Löcher an der Rheinquelle, gebaut von Peter Harradine.

Was die Höhe fürs Spiel bedeutet

Zwei Dinge ändern sich in der Höhe. Erstens fliegt der Ball weiter. In dünner Luft ist der Luftwiderstand kleiner. Als Faustregel gelten rund zwei Prozent mehr Carry pro 300 Höhenmeter. Auf 2000 Metern summiert sich das schnell auf gut zehn Prozent. Wer im Flachland 150 Meter schlägt, kommt hier eher auf 165. Das ändert die Schlägerwahl — ein Eisen weniger ist oft genug. Dazu kommen die Hanglagen: Viele Bergbahnen führen über Kuppen und Senken, kaum ein Schlag steht ganz eben. Und die dünne Luft merkt man auch selbst, spätestens beim Tragen der Tasche den Hang hinauf.

Zweitens ist die Saison kurz. Viele Bergplätze öffnen erst Ende Mai und schliessen im Oktober. Über den Start entscheidet der Schnee, nicht der Kalender. Wann welcher Platz spielbar ist, steht in unserer Übersicht zur Schweizer Golfsaison.

Auffällig ist noch etwas: Fast alle Höhenplätze liegen in Graubünden und im Wallis. Einen Überblick der Bündner Anlagen gibt es auf unserer Regionenseite zu Graubünden.

Kurz zusammengefasst

  • Der höchste Golfplatz der Schweiz ist die Riederalp im Wallis, auf 2000 Metern über Meer.
  • Arosa (rund 1800 Meter) ist einer der höchsten 18-Loch-Plätze Europas; Samedan (rund 1700 Meter) ist der älteste Club des Landes.
  • Verbier, Villars und Davos liegen um 1600 Meter, Crans-sur-Sierre und Sedrun auf 1500.
  • In der Höhe fliegt der Ball rund zehn Prozent weiter — dafür ist die Saison kurz, meist Ende Mai bis Oktober.
  • Die meisten Höhenplätze liegen in Graubünden und im Wallis.