Die Schweiz hat auf kleinstem Raum über 2000 Höhenmeter Unterschied zwischen ihren Golfplätzen. Für Golfer ist das ein Geschenk: Die Saison ist viel länger, als die meisten denken, wenn man weiss, wo man wann spielt. Während im Engadin noch Schnee liegt, wird im Tessin längst gespielt.

Tessin und Genferseeregion: März bis November

Der Süden öffnet zuerst. Die Plätze im Tessin liegen tief und profitieren vom milden Klima. Patriziale Ascona, Lugano und Gerre Losone sind oft schon im März bespielbar. Ähnlich ist es rund um den Genfersee, wo Anlagen in der Waadt früh starten.

In milden Jahren wird dort praktisch durchgehend gespielt. Wer im Frühling die erste Runde will, fährt Richtung Süden. Das Wallis ist ein Sonderfall: Das Rhonetal ist trocken und sonnig, Plätze wie Sion oder Sierre starten früher als das Mittelland, obwohl ringsum Berge stehen.

Mittelland: April bis Oktober

Hier liegt das Gros der Schweizer Plätze, meist zwischen 400 und 700 Metern. Die Saison startet je nach Wetter im April und läuft bis Ende Oktober. Das gilt für die Kantone Zürich, Aargau, Bern und Luzern.

Ein Hinweis für den Frühling: Der Boden ist dann oft noch weich und die Clubs schonen ihn. Viele spielen bis in den April mit Wintergrüns oder Abschlagmatten. Das ist kein Beinbruch, aber du solltest es wissen, bevor du 90 Franken für eine Runde auf Ersatzgrüns zahlst. Ein Blick auf den Platzstatus der Club-Website lohnt sich.

Die Berge: Juni bis September

Die Höhenplätze haben ein kurzes, dafür spektakuläres Fenster. Graubünden ist mit Abstand der Golfkanton der Schweiz: Arosa, Lenzerheide, Davos, Klosters und die Anlagen des Engadine Golf Club in Samedan liegen alle hoch.

Dazu kommen Riederalp und Verbier im Wallis. Vor Juni liegt dort oft noch Schnee, ab Oktober wird es wieder kritisch. Dafür sind diese Plätze im Hochsommer der Grund, warum viele überhaupt in der Schweiz Golf spielen.

Praktischer Nebeneffekt: Wenn im Juli das Mittelland bei 32 Grad flimmert, hat man auf 1800 Metern angenehme 22 Grad. Die Bergplätze sind im Hochsommer nicht nur schöner, sondern auch erträglicher.

Was die Höhe mit deinem Spiel macht

In der Höhe ist die Luft dünner, der Ball fliegt weiter. Als Faustregel gilt rund 10 Prozent mehr Länge auf etwa 1800 Metern. Das klingt zunächst grossartig und ist in der Praxis ein Problem: Du schlägst regelmässig über das Grün hinweg und wunderst dich.

Nimm im Engadin oder in Arosa bewusst einen Schläger weniger, als dein Gefühl sagt. Es fühlt sich falsch an und ist trotzdem richtig.

Dazu kommt das Gelände. Bergplätze haben Hanglagen, blinde Schläge und Grüns, die stärker brechen, als sie aussehen. Die wichtigste Regel dort: Der Break zieht fast immer Richtung Tal, auch wenn dein Auge etwas anderes behauptet. Wer das akzeptiert, spart pro Runde mehrere Putts.

Nebensaison: der beste Kompromiss

Juni und September sind auf Bergplätzen oft die besten Wochen: Der Platz ist offen, die Preise sind tiefer als im Hochsommer, und es ist deutlich leerer. Verbier etwa verlangt in der Nebensaison CHF 90 statt CHF 110. Mehr solcher Hebel stehen in Greenfee sparen in der Schweiz.

Und im Winter?

Ganz aufhören musst du nicht. Einige Mittellandplätze bleiben bei trockenem Wetter offen, meist mit Wintergrüns. Dazu gibt es Indoor-Anlagen mit Simulatoren und überdachte Driving Ranges.

Ehrlich gesagt ist der Winter ohnehin die beste Zeit für Technik. Auf dem Platz denkt niemand an seinen Schwung, da denkt man ans Ergebnis. Wer im Januar in der Halle am Schwung arbeitet, startet im April spürbar besser. Das ist unspektakulär und funktioniert.

Kurz zusammengefasst

  • Tessin, Genfersee und Rhonetal: März bis November.
  • Mittelland: April bis Oktober, im Frühling oft noch Wintergrüns.
  • Berge ab 1500 Metern: Juni bis September, dafür spektakulär und kühl.
  • In der Höhe einen Schläger weniger nehmen. Der Break zieht immer talwärts.

Welche Plätze in deiner Region gerade infrage kommen, siehst du in der Regionenübersicht. Die genauen Öffnungsdaten legt jeder Club selbst fest, wir verlinken die Website bei jedem Platz.