Ein Greenfee auf einem Schweizer 18-Loch-Platz kostet zwischen rund CHF 60 und CHF 280. Das ist keine Preisspanne, das sind zwei verschiedene Welten. Wer ein paar Regeln kennt, spielt für die Hälfte. Hier sind die Hebel, sortiert nach Wirkung.
1. Du brauchst keine Clubmitgliedschaft
Das ist der grösste Irrtum bei Einsteigern. Fast jeder Schweizer Club verlangt von Gästen einen Ausweis, der Handicap und Versicherung belegt. Das muss aber keine Vollmitgliedschaft für mehrere tausend Franken im Jahr sein.
Es gibt Organisationen für clubfreie Golferinnen und Golfer, die genau diesen Ausweis ausstellen. Die bekanntesten in der Schweiz sind die ASGI und die Migros Golf Card. Beide führen dein Handicap, versichern dich und geben dir Zugang zu Greenfees auf praktisch allen Anlagen. Der Jahresbeitrag liegt weit unter dem, was eine Clubmitgliedschaft kostet.
Der Haken, den niemand gern erwähnt: Auf vielen Plätzen zahlst du als clubfreier Spieler ein höheres Greenfee als ein Swiss-Golf-Clubmitglied. In Heidental etwa zahlen Swiss-Golf-Mitglieder werktags CHF 120, ASGI- und Migros-Spieler CHF 160. Rechne das in deine Kalkulation ein: Wer sehr viel spielt und immer auf denselben Plätzen, fährt mit einer Mitgliedschaft irgendwann besser.
2. Spiel unter der Woche
Der grösste einzelne Hebel, und der einfachste. Fast jeder Club schlägt am Wochenende CHF 20 bis 40 drauf. Dieselbe Runde, dieselben Löcher, nur ein anderer Tag.
Dazu kommt etwas, das viele nicht wissen: 18 der 100 Schweizer Plätze lassen Gäste überhaupt nur werktags spielen. Am Wochenende gehört der Platz den Mitgliedern. Darunter sind Genève, Zürich Zumikon und Lausanne. Wer flexibel ist, spielt günstiger und auf leereren Plätzen. Wir zeigen dir, welche Plätze nur werktags Gäste nehmen.
3. Nutz die Nachmittags- und Sunset-Tarife
Mein persönlicher Favorit. Viele Anlagen senken den Preis ab 14 oder 16 Uhr drastisch, teils um die Hälfte. Sierre im Wallis verlangt ab 14 Uhr CHF 80 für 18 Löcher, ab 17 Uhr noch CHF 60. Im Hochsommer reicht das Licht locker für eine volle Runde.
Achte auf die Begriffe Sunset, Twilight, Afternoon oder Feierabend-Greenfee. Und ruf im Zweifel an: Nicht jeder Club schreibt diese Tarife prominent auf die Website.
4. Spiel 9 statt 18 Löcher
Eine 9-Loch-Runde kostet oft wenig mehr als die Hälfte und dauert rund zwei Stunden. Für einen Feierabend ist das ehrlich gesagt die bessere Wahl als eine gehetzte 18er-Runde, bei der man die letzten Löcher nur noch abarbeitet.
Reine 9-Loch-Anlagen sind ausserdem grundsätzlich günstiger als die grossen Championship-Plätze. Meggen am Vierwaldstättersee, Bubikon im Zürcher Oberland oder Laufental sind gute Beispiele. Filter dir die Plätze mit Greenfee bis CHF 80, das geht schneller als jede Recherche.
5. Pay-and-Play statt Clubplatz
33 Anlagen in der Schweiz lassen dich ohne Clubausweis spielen. Das sind die Migros-Golfparks wie Otelfingen oder Moossee, dazu Anlagen wie Rastenmoos, wo Runden schon ab rund CHF 35 starten. Für Einsteiger ist das die günstigste Art, überhaupt auf einen Platz zu kommen. Alle findest du unter Zugang Pay-and-Play.
6. Abos und Carnets, aber ehrlich rechnen
Spielst du denselben Platz öfter, lohnt sich ein Zehnerabo. Viele Clubs geben darauf 15 bis 20 Prozent. Gruyère verkauft ein Carnet mit 10 Greenfees für CHF 850 statt CHF 950 einzeln.
Aber rechne ehrlich, bevor du kaufst. Ein Zehnerabo lohnt sich nur, wenn du tatsächlich zehn Mal hingehst. Ich habe zwei Saisons hintereinander ein Abo gekauft und beide Male sieben von zehn Runden genutzt. Damit war es teurer als Einzelgreenfees.
7. Fahr in die Nebensaison
Bergplätze sind im Juli und August am teuersten und am vollsten. Im Juni und September zahlst du oft deutlich weniger für denselben Platz. Verbier verlangt in der Nebensaison CHF 90 statt CHF 110. Welcher Platz wann überhaupt offen ist, steht in Die Schweizer Golfsaison.
8. Schau über die Grenze
Ein paar Plätze im grenznahen Ausland werden von Schweizer Clubs geführt und sind oft günstiger. Saint Apollinaire und LaLargue liegen im Elsass, von Basel aus in einer halben Stunde erreichbar. Rechne aber die Fahrt und die Zeit mit, sonst rechnest du dich arm.
9. Spar nicht am falschen Ende
Zum Schluss der unbequeme Punkt. Wer beim Greenfee jeden Franken dreht, aber nie eine Lektion nimmt, spart am falschen Ort. Zehn Stunden bei einem Pro kosten ungefähr so viel wie sechs Runden auf einem teuren Platz und bringen dir mehr Freude als sechzig. Das gilt besonders am Anfang. Mehr dazu in Golfschläger für Anfänger.
Kurz zusammengefasst
- ASGI oder Migros Golf Card statt Clubmitgliedschaft: günstiger Einstieg, aber höheres Greenfee auf manchen Plätzen.
- Werktags spielen spart CHF 20 bis 40. 18 Plätze nehmen Gäste ohnehin nur werktags.
- Nachmittags- und Sunset-Tarife halbieren den Preis. Im Sommer reicht das Licht.
- 9 Löcher oder Pay-and-Play: ab rund CHF 35 statt CHF 150.
- Abos nur kaufen, wenn du sie wirklich ausspielst.
Die Greenfees aller 100 Schweizer Plätze findest du bei uns direkt vergleichbar. Am schnellsten geht es über die Regionenübersicht oder die Filtersuche. Ein Hinweis noch: Preise ändern sich saisonal, unsere Angaben sind Ab-Preise. Verbindlich ist immer der Club.