Golf sieht von aussen ruhig aus. Gepflegte Fairways, stille Grüns, ein Ball, der ins Loch rollt. Doch irgendwo auf der Welt spielen Menschen Golf auf gefrorenem Meer, neben Minenfeldern oder von einem Berggipfel, den nur ein Helikopter erreicht. Fünf Plätze, die zeigen, wie weit sich diese Idee treiben lässt. Alle Angaben stammen von den Betreibern und öffentlichen Quellen.

Der längste Golfplatz der Welt steht nicht auf einem Grundstück, sondern entlang einer Autobahn. Nullarbor Links verteilt seine 18 Löcher über 1'365 Kilometer entlang des Eyre Highway im Süden Australiens, quer durch zwei Bundesstaaten. Jeder Ort und jedes Roadhouse an der Strecke steuert ein Loch bei, von Kalgoorlie im Westen bis Ceduna im Osten.

Die Idee dahinter ist praktisch. Die Fahrt über die Nullarbor-Ebene ist lang und eintönig, das kostet Konzentration. Ein Loch pro Etappe zwingt zur Pause. Der Platz ist ein Par 72 und öffnete im Oktober 2009. Spielen lässt er sich nur mit vielen Stunden Autofahrt zwischen den Schlägen. Wer die Scorekarte vollständig ausfüllt, bekommt am Schluss ein Zertifikat.

Extreme 19th: das Grün liegt 400 Meter tiefer

Auf dem Legend Golf & Safari Resort in der südafrikanischen Provinz Limpopo steht ein Par 3, das jeden Rahmen sprengt. Der Abschlag liegt auf dem Gipfel des Hangklip, rund 400 Meter über dem Grün. Zu Fuss kommt da niemand hoch: Zum Tee fliegt ein Helikopter.

Das Grün ist 361 Meter entfernt und in der Form des afrikanischen Kontinents angelegt. Damit gilt das Loch als höchstes und längstes Par 3 der Welt. Der Ire Padraig Harrington war der erste Profi, der hier ein Par spielte. Für alle anderen heisst es: einmal schlagen, lange schauen, staunen.

Coeur d'Alene: das Grün schwimmt und wandert

Am Coeur d'Alene Resort im US-Bundesstaat Idaho liegt das 14. Loch nicht am Ufer, sondern im See. Das Grün schwimmt auf einer Plattform von rund 2'200 Tonnen und lässt sich über ein Kabelsystem unter Wasser verschieben. Jeden Tag steht es woanders, mal 90, mal bis zu 220 Yards vom Abschlag entfernt.

Wer trifft, fährt mit einem kleinen Boot namens Putter hinüber und locht dort ein. Wer nicht trifft, schenkt seinen Ball dem See. Taucher holen jede Saison Tausende wieder heraus. Nach Angaben des Resorts ist es das einzige bewegliche schwimmende Grün der Welt, in Betrieb seit 1991.

Uummannaq: Golf auf dem gefrorenen Meer

In Uummannaq in Grönland, rund 600 Kilometer nördlich des Polarkreises, wird seit 1999 die Ice Golf Weltmeisterschaft ausgetragen. Der Platz liegt auf dem gefrorenen Meer. Gespielt wird mit farbigen Bällen, sonst würde man sie im Schnee gar nicht sehen.

Die Bedingungen sind hart. Mit Windchill fällt die Temperatur auf bis zu minus 50 Grad, und Schäfte aus Graphit können bei solcher Kälte brechen. Weil sich das Eis jedes Jahr neu verschiebt, sieht der Platz nie gleich aus. Spielt das Wetter nicht mit, fällt das Turnier ganz aus. Golf wird hier zur Expedition.

Camp Bonifas: ein Loch zwischen Minenfeldern

Der wohl gefährlichste Golfplatz der Welt hat ein einziges Loch. Er liegt bei Camp Bonifas, einem Posten der UNO nahe der entmilitarisierten Zone zwischen Nord- und Südkorea. Das Loch ist ein Par 3 über 192 Yards, gespielt auf Kunstrasen und auf drei Seiten von Minenfeldern umgeben.

Ein Schild warnt ausdrücklich davor, verschlagene Bälle zu holen. Benannt ist der Posten nach dem US-Offizier Arthur Bonifas, der 1976 in der Zone getötet wurde. Ein Ort zum Entspannen ist das nicht. Aber er zeigt, an welchen Stellen der Welt trotzdem Golf gespielt wird.

Und die Schweiz?

So weit muss man für einen aussergewöhnlichen Platz nicht reisen. Unsere Berge liefern genug Dramatik. In Crans-sur-Sierre im Wallis spielt man hoch über dem Rhonetal, und jeden Spätsommer schaut die Golfwelt zum European Masters hierher. In Arosa in Graubünden liegt der Platz mitten im Bergpanorama, und die Anlage der Engadine bei Samedan gehört zu den Klassikern im Hochtal.

Wer lieber knapp über die Grenze fährt, findet unter unseren Grenzplätzen zehn Plätze in Frankreich und Deutschland in Reichweite. Und wann welcher Bergplatz überhaupt offen ist, steht im Ratgeber zur Schweizer Golfsaison. Verrückt geht eben auch näher an zuhause.

Kurz zusammengefasst

  • Nullarbor Links in Australien ist mit 1'365 Kilometern der längste Platz der Welt, ein Loch pro Ort entlang der Strasse.
  • Das Extreme 19th in Südafrika ist das höchste Par 3 der Welt, sein Abschlag auf dem Berg ist nur per Helikopter erreichbar.
  • Am Coeur d'Alene Resort in Idaho schwimmt das Grün auf einer verschiebbaren Plattform mitten im See.
  • In Uummannaq in Grönland wird seit 1999 auf gefrorenem Meer gespielt, mit farbigen Bällen und bis zu minus 50 Grad.
  • Camp Bonifas in Korea hat nur ein Loch, umgeben von Minenfeldern, und gilt als gefährlichster Golfplatz der Welt.