Kein Sieger im Golf bekommt einen Pokal in die Höhe gestemmt wie im Fussball. Beim Masters gibt es etwas anderes: ein grünes Jackett. Es ist die berühmteste Trophäe des Sports, und die Regeln dahinter sind strenger, als die meisten denken. Hier steht, woher das Sakko kommt, warum der Sieger es abgeben muss und wer sich einmal nicht daran hielt.
Zuerst trugen es die Mitglieder
Das grüne Sakko war nicht als Trophäe gedacht. 1937 begannen die Mitglieder des Augusta National Golf Club, es zu tragen. Der Grund war praktisch: Besucher sollten auf einen Blick erkennen, wen sie bei Fragen ansprechen konnten. Wer ein grünes Jackett trug, gehörte zum Club. Die ersten Exemplare kamen von der Brooks Uniform Company in New York.
Erst 1949 wurde daraus eine Auszeichnung. Sam Snead war der erste Champion, dem man ein grünes Sakko überreichte. Rückwirkend bekamen auch alle früheren Sieger eines. Seither trägt jeder Masters-Champion das Jackett, und der Sieger des Vorjahres hilft ihm bei der Zeremonie hinein.
Der Sieger darf es nur ein Jahr behalten
Hier kommt der Teil, der viele überrascht. Der Champion darf sein grünes Jackett genau ein Jahr lang mit nach Hause nehmen. Danach muss er es zurückgeben. Es bleibt dann in seinem eigenen Schrank im Champions Locker Room in Augusta. Tragen darf er es ab da nur noch, wenn er den Club besucht.
Ein Masters-Sieger wird ausserdem Ehrenmitglied des Clubs. Wer ein zweites Mal gewinnt, bekommt kein neues Sakko. Er trägt wieder dasselbe, notfalls wird es angepasst. Das grüne Jackett ist also weniger ein Geschenk als ein Privileg auf Zeit.
Woraus das Sakko gemacht ist
Seit 1967 näht die Hamilton Tailoring Company aus Cincinnati die Jacketts. Das Modell ist schlicht: drei Messingknöpfe, ein Reverskragen, ein Schlitz hinten, dazu ein leichter Tropenwollstoff, gefertigt in den USA. Die Farbe hat sogar einen offiziellen Wert, Pantone 342, ein sattes Masters-Grün.
Direkt nach dem Sieg passt selten etwas perfekt. Der frische Champion bekommt zunächst ein Jackett in seiner ungefähren Grösse, damit er es sofort tragen kann. Das massgeschneiderte Exemplar wird erst später angefertigt und nachgeliefert.
Die berühmte Ausnahme
Eine Regel ist nur so gut wie ihre Ausnahme. Gary Player gewann 1961 als erster Nicht-Amerikaner das Masters und nahm sein grünes Jackett mit nach Südafrika. Zurück brachte er es nicht. Als der Club nachfragte, behielt Player es trotzdem. Man einigte sich darauf, dass er es nicht in der Öffentlichkeit trägt. Es ist bis heute die bekannteste Geschichte darüber, dass das Sakko eigentlich in Augusta bleiben soll.
Und in der Schweiz?
Ein grünes Jackett gibt es bei uns nicht zu gewinnen. Grosse Namen und Championship-Golf aber schon. Auf dem Golfplatz Crans-sur-Sierre in Crans-Montana werden jeden September die Omega European Masters gespielt. Das Wort Masters steht also auch im Namen des grössten Schweizer Turniers. Wie das Original in Augusta entstand und wie man dort überhaupt teilnimmt, steht in unserem Ratgeber zum Masters in Augusta.
Wer selbst über einen makellos gepflegten Platz gehen will, findet auch in der Schweiz Anlagen auf Turnierniveau. Das Domaine Impérial in Gland steht seit Jahren weit oben im Land. Welche Plätze aktuell am besten bewertet sind, zeigen unsere Bestenlisten.
Und wenn du wissen willst, wie das Masters im Kalender der grossen Turniere steht: Es ist eines von vier Majors. Was die anderen drei sind und wie sie sich unterscheiden, erklären wir im Ratgeber zu den vier Majors im Golf.
Kurz zusammengefasst
- Das grüne Jackett trugen ab 1937 zuerst die Mitglieder von Augusta National, damit Besucher sie erkennen.
- Seit 1949 bekommt es der Masters-Sieger. Sam Snead war der erste, frühere Champions bekamen es rückwirkend.
- Der Champion darf das Sakko ein Jahr behalten, danach bleibt es im Club. Getragen wird es nur noch auf dem Gelände.
- Seit 1967 näht es die Hamilton Tailoring Company aus Cincinnati, in der Farbe Pantone 342.
- Gary Player nahm sein Jackett 1961 mit nach Südafrika und behielt es, die bekannteste Ausnahme von der Regel.