Die Frage kommt regelmässig: Ich möchte Golfferien, meine Begleitung nicht. Geht das? Ja. Aber nicht, indem man hofft, dass es sich vor Ort schon einrenkt. Es geht über zwei Entscheidungen — über die Wahl des Orts und über die Länge der Runde.

Der Rest dieses Textes ist Planung. Wenig Romantik, dafür konkret.

Rechne mit einem halben Tag, nicht mit vier Stunden

Eine 18-Loch-Runde dauert im Normalfall vier bis viereinhalb Stunden. Der R&A nennt als Zielzeit für einen Vierer knapp unter vier Stunden; auf einem gut belegten Platz wird es fast immer mehr. Dazu kommen Anfahrt, Einspielen auf der Range, Umziehen und meistens noch ein Getränk auf der Terrasse.

Realistisch bist du also einen halben Tag weg. Bei fünf Runden in einer Woche sind das fünf halbe Tage. Wer das vor der Buchung ausspricht, spart sich die Diskussion am dritten Ferientag.

Neun Löcher lösen einen grossen Teil davon

38 der 108 Schweizer Anlagen in unserer Datenbank haben eine 9-Loch-Runde im Programm, 62 einen 18-Loch-Platz. Neun Löcher dauern rund die Hälfte. Das ist der Unterschied zwischen "wir sehen uns am Abend" und "wir treffen uns um halb zwölf zum Kaffee".

Drei Beispiele aus unseren Daten: Thunersee hat zwei 9-Loch-Runden, das Greenfee beginnt bei 25 Franken. Riederalp im Wallis ist eine reine 9-Loch-Anlage, Par 36. Und beim Golfpark Moossee bei Bern gibt es neben dem 18-Loch-Platz eine 9-Loch- und sogar eine 6-Loch-Runde.

Welche Anlagen sonst noch neun Löcher anbieten, steht im Ratgeber zu den 9-Loch-Plätzen der Schweiz.

Der Ferienort entscheidet mehr als der Platz

Das ist der wichtigste Punkt, und die meisten drehen ihn falsch herum. Ein grossartiger Golfplatz an einem Ort, an dem es sonst wenig gibt, macht die Woche für die Begleitung zäh. Ein solider Platz in einem Ferienort, der auch ohne Golf funktioniert, macht sie einfach.

Ein Beispiel für den einfachen Fall: Der Platz in Arosa liegt im Ferienort selbst, mit Bergbahnen und Wanderwegen vor der Tür. Er steht bei 4.8 Sternen — allerdings aus nur 24 Google-Bewertungen, und das ist eine dünne Basis. Besser abgestützt ist Interlaken-Unterseen: 4.4 aus 261 Bewertungen, 18 Löcher, Par 72, zwischen Thuner- und Brienzersee.

Im Tessin liegt Lugano in Magliaso — 4.5 aus 315 Bewertungen, Greenfee ab 110 Franken. Die Region drumherum braucht keine Golftasche, um zu funktionieren. Im Wallis ist Crans-sur-Sierre der Extremfall: 1312 Google-Bewertungen, mehr als doppelt so viele wie jede andere Schweizer Anlage in unserer Datenbank, mitten in einem Ferienort mit eigenem Programm.

Wer die Auswahl nach Region durchgehen will, findet die Anlagen je Kanton gebündelt — etwa alle Plätze in Graubünden, dem Kanton mit den meisten Bergplätzen.

Das Clubhaus ist der eigentliche Treffpunkt

91 der 108 Schweizer Anlagen haben ein Restaurant. Für 53 davon führen wir eine eigene Bewertung des Restaurants, getrennt von der Bewertung des Platzes. Für diese Art Ferien ist das relevanter, als es klingt: Das Clubhaus ist der Ort, an dem ihr euch nach der Runde wieder trefft.

Ein paar Zahlen aus unseren Daten: Das Golf Restaurant in Arosa steht bei 4.8 aus 124 Bewertungen. Das Ristorante des Golf Club Lugano bei 4.7 aus 98. Das Restaurant beim Golfpark Zürichsee bei 4.3 aus 250 Bewertungen.

Und ein Gegenbeispiel, damit die Zahlen im Verhältnis bleiben: Das Restaurant beim Platz Matterhorn in Täsch steht bei 5.0 — aus sieben Bewertungen. Das ist keine Aussage, das ist Zufall. Dasselbe gilt für den Platz in Vulpera, der mit 5.0 aus zwei Bewertungen in unserer Datenbank steht. Zwei Stimmen sind kein Urteil über eine Anlage.

Welche Anlagen ein Restaurant haben, das besser bewertet ist als der Platz selbst, siehst du laufend aktualisiert in den Bestenlisten. Diese Liste ändert sich mit jeder neuen Bewertung, deshalb steht sie dort und nicht hier.

Darf die Begleitung mitlaufen?

Oft ja — aber die Regelungen sind von Club zu Club verschieden. Manche Anlagen lassen Begleitpersonen ohne Weiteres mitgehen, andere verlangen eine Anmeldung oder eine kleine Gebühr. Das ist eine Frage ans Sekretariat, nicht an uns. Wir führen zu jeder Anlage die Website, dort steht es meistens.

Ein Cart macht das Mitlaufen deutlich angenehmer, gerade an Hanglagen. 96 der 108 Schweizer Anlagen haben eine Driving Range — auch das eine Option für die Begleitung: eine Stunde Bälle schlagen, ohne sich vier Stunden lang festzulegen.

Der Schnupperkurs ist eine Option, keine Bedingung

Viele Clubs bieten Schnupperkurse an, und manche Begleitung entdeckt dabei tatsächlich Freude am Spiel. Das als Plan A einzubauen ist trotzdem riskant. Wer nicht will, will nicht — und dann steht ihr mit einem gebuchten Kurs und mässiger Stimmung da.

Wenn das Interesse aber da ist: Im Ratgeber zur Platzreife in der Schweiz steht, wie der Weg vom Schnupperkurs zur ersten eigenen Runde aussieht und womit du rechnen musst.

Kurz zusammengefasst

  • Eine 18-Loch-Runde kostet dich mit Anfahrt und Clubhaus realistisch einen halben Tag. Plane so — nicht mit vier Stunden.
  • 38 der 108 Schweizer Anlagen bieten neun Löcher an. Die halbe Runde ist der einfachste Hebel für gemischte Ferien.
  • Wähle zuerst den Ferienort, dann den Platz. Ein toller Platz an einem langweiligen Ort rettet die Woche nicht.
  • 91 der 108 Anlagen haben ein Restaurant, bei 53 kennen wir dessen Bewertung. Das Clubhaus ist der Treffpunkt nach der Runde.
  • Bewertungen mit einstelliger Stimmenzahl sagen nichts. 5.0 aus zwei Bewertungen ist keine Empfehlung, sondern Zufall.