Graubünden hat zwölf Golfplätze. Acht davon spielen 18 Löcher, vier haben neun. Kein anderer Kanton verteilt seine Anlagen so weit über die Täler, und kaum einer liegt so hoch. Das macht Golf hier speziell — und die Saison kurz.
Ich gehe die zwölf Plätze der Reihe nach durch: wo sie liegen, was die Bewertungen wirklich hergeben und was ehrlicherweise offen bleibt. Alle Zahlen stammen aus unserer Datenbank.
Zwölf Plätze, vier Talschaften
Die Plätze verteilen sich grob auf vier Ecken des Kantons. In der Surselva liegen Brigels, Sedrun und Buna Vista in Sagogn. Im Rheintal bei Chur liegt Domat Ems. Das Engadin bringt gleich drei Anlagen mit: Samedan, Zuoz-Madulain und Vulpera. Und rund um Davos, Arosa und die Lenzerheide spielen Klosters, Davos, Arosa, Lenzerheide und Alvaneu Bad.
Acht Plätze bieten eine volle 18-Loch-Runde: Alvaneu Bad, Arosa, Buna Vista Sagogn, Davos, Domat Ems, Samedan, Zuoz-Madulain und Lenzerheide. Vier sind 9-Loch-Anlagen: Brigels, Klosters, Sedrun und Vulpera. Dazu kommt in Chur eine reine Indoor-Anlage, die wir hier bewusst weglassen — es geht um Plätze unter freiem Himmel.
Kurze Saison, dünne Luft
Der grösste Unterschied zum Flachland ist die Höhe. Viele Bündner Plätze liegen weit über 1000 Metern, im Engadin sogar gegen 1700. Das hat zwei Folgen. Erstens fliegt der Ball in dünner Luft spürbar weiter — ein paar Prozent, die man bei der Schlägerwahl einrechnen sollte. Zweitens ist die Saison kurz.
Wo im Mittelland ab März gespielt wird, liegt in den Bergen oft bis in den Mai Schnee. Und im Oktober ist wieder Schluss. Wer einen Bündner Platz einplant, prüft vorher, ob er überhaupt offen ist. Welcher Platz wann spielbar ist, steht in Die Schweizer Golfsaison. Wie hoch die höchsten liegen und was die dünne Luft fürs Spiel bedeutet, haben wir in Die höchstgelegenen Golfplätze der Schweiz aufgeschrieben.
Hier hat Schweizer Golf angefangen
Eine Bündner Anlage hat einen besonderen Platz in der Geschichte. Der Golfsport im Engadin bei Samedan geht bis in die 1890er-Jahre zurück und gilt als Ursprung des Schweizer Golfs. Der Platz liegt flach im Talboden, durchzogen von Bächen, umringt von den Gipfeln rund um St. Moritz. Mehr zur Frühzeit des Golfs in der Schweiz steht in Die ältesten Golfplätze der Schweiz.
Was die Bewertungen sagen — und was nicht
Am meisten bewertet ist Domat Ems mit 264 Google-Bewertungen und einem Schnitt von 4,5. Das ist die belastbarste Zahl im Kanton: viele Stimmen, solides Ergebnis. Direkt dahinter liegen Samedan mit 4,5 aus 188 und Zuoz-Madulain mit 4,4 aus 161.
Die höchste Note hat auf dem Papier Vulpera mit 5,0. Nur: Die stammt aus ganzen zwei Bewertungen. Das sagt so gut wie nichts. Ähnlich bei Arosa: 4,8 klingt stark, beruht aber auf nur 24 Stimmen. Verlässlicher ist da Lenzerheide mit 4,7 aus 105 Bewertungen und Alvaneu Bad mit 4,6 aus 170.
Wer die aktuellen Ranglisten sehen will — bestbewertet, meistbewertet, günstigste Runden —, findet sie live in unseren Bestenlisten. Die ziehen die Zahlen direkt aus der Datenbank und sind darum immer auf dem neuesten Stand.
Preise: was wir wirklich wissen
Ehrlich gesagt haben wir nicht von jedem Bündner Platz ein Greenfee hinterlegt. Wo wir eines kennen, ist es ein Ab-Preis. Am günstigsten starten Lenzerheide ab CHF 60 und Alvaneu Bad ab CHF 65. Buna Vista Sagogn liegt ab CHF 95, Brigels ab CHF 90, Arosa ab CHF 100.
Für die übrigen Plätze nennt der Club den Tarif auf seiner Website — und der ändert sich mit der Saison. Bergplätze sind im Hochsommer am teuersten. Wie man beim Greenfee trotzdem spart, steht in Greenfee sparen in der Schweiz. Alle Bündner Plätze mit ihren Angaben findest du gebündelt in der Regionenübersicht Graubünden.
Wo das Clubhaus die Runde schlägt
Ein Detail, das man leicht übersieht: das Restaurant. In Arosa ist es fast beliebter als der Platz. Das Golfrestaurant kommt auf 4,8 aus 124 Bewertungen — deutlich mehr Stimmen als der Platz selbst. Auch Domat Ems punktet mit 4,6 aus 224 Bewertungen fürs Golfrestaurant. Für eine entspannte Runde mit gutem Essen danach sind das zwei sichere Adressen.
Kurz zusammengefasst
- Graubünden hat zwölf Golfplätze: acht mit 18 Löchern, vier mit neun. Dazu eine Indoor-Anlage in Chur.
- Die Höhe verlängert den Ballflug und verkürzt die Saison. Vor der Fahrt prüfen, ob der Platz offen ist.
- Der Golfsport im Engadin bei Samedan geht bis in die 1890er-Jahre zurück — der Ursprung des Schweizer Golfs.
- Belastbarste Bewertung: Domat Ems mit 4,5 aus 264 Stimmen. Spitzennoten wie Vulperas 5,0 aus zwei Bewertungen sagen wenig.
- Günstigste hinterlegte Greenfees: Lenzerheide ab CHF 60, Alvaneu Bad ab CHF 65.