Wer in der Ostschweiz oder im Zürcher Norden wohnt, hat seinen nächsten Auslandsplatz nicht in Frankreich. Er liegt gleich hinter der deutschen Grenze, bei Schaffhausen und am Bodensee. Drei 18-Loch-Anlagen sind von hier aus schnell erreichbar. Ob sich die Fahrt lohnt, klären wir ehrlich. Zuerst die Plätze.

Der Zipfel, der fast Schweiz ist

Rund um Schaffhausen ragt ein Stück Deutschland tief in die Schweiz hinein. Der Jestetter Zipfel besteht aus drei Gemeinden und ist auf rund 55 Kilometern von Schweizer Grenze umgeben. Von der deutschen Seite führt praktisch nur eine Strasse hinein. Für uns heisst das: Was auf der Karte Ausland ist, liegt vor der Haustür.

Genau in diesem Zipfel, zwischen Zürich und Schaffhausen, liegt der erste Platz.

Rheinblick: Golf am Hochrhein

Der Golfclub Rheinblick steht in Lottstetten-Nack, rund neun Kilometer vom Rheinfall entfernt. Eröffnet wurde er 1992, den 18-Loch-Meisterschaftsplatz mit Par 72 hat Architekt Kurt Rossknecht gezeichnet. Der Club ist Mitglied bei Swiss Golf und beim Deutschen Golf Verband zugleich — passend für einen Platz, der halb in der Schweiz zu liegen scheint.

Bei Google steht Rheinblick bei 4,6 Sternen aus 127 Bewertungen. Eine Driving Range gibt es, Gäste sind willkommen. Das Greenfee nennt der Club auf seiner Website; den laufenden Vergleich der Grenzplätze führen wir auf unserer Übersicht der Grenzplätze.

Wer lieber auf der Schweizer Seite bleibt, findet mit Schloss Goldenberg bei Dorf im Zürcher Weinland eine nahe Alternative, die Gäste allerdings nur werktags empfängt.

Obere Alp: 27 Löcher auf dem Hochplateau

Etwas weiter nördlich, bei Stühlingen im Südschwarzwald, liegt Golf Obere Alp. Der Club wurde 1989 gegründet und liegt auf einem Hochplateau auf rund 800 Metern. Bei klarer Sicht reicht der Blick bis zu den Schweizer Alpen.

Die Anlage hat 27 Löcher: einen 18-Loch-Platz mit Par 72 von Architekt Karl Grohs und dazu einen öffentlichen 9-Loch-Platz. Der kurze Platz ist ein guter Einstieg, wenn man erst wenige Runden gespielt hat.

Mit 4,6 Sternen aus 245 Google-Bewertungen ist Obere Alp der am breitesten bewertete der drei Plätze. Das clubeigene Restaurant kommt auf 4,3 Sterne, allerdings erst aus 26 Stimmen — das ist weniger belastbar als die Zahl zum Platz.

Bodensee Weissensberg: Robert Trent Jones am See

Der dritte Platz liegt weiter östlich, bei Weissensberg nahe Lindau. Den 18-Loch-Platz mit Par 72 und rund 6150 Metern hat Robert Trent Jones Senior entworfen — es war seine erste Anlage in Deutschland. Zum Golfclub Bodensee Weissensberg gehört ein Vier-Sterne-Golfhotel mit 39 Zimmern.

In unserer Datenbank steht Weissensberg bei 4,7 Sternen aus 221 Bewertungen — der höchste Wert der drei. Das Greenfee nennt der Club mit 100 Euro von Montag bis Donnerstag und 115 Euro von Freitag bis Sonntag und an Feiertagen. Verbindlich ist immer der Tarif am Tag deiner Runde.

Von der Ostschweiz aus ist Weissensberg die längste Fahrt der drei. Dafür passt der Platz mit dem eigenen Hotel gut für ein Wochenende — Golf und Bodensee an einem Ort.

Lohnt sich die Fahrt?

Wie bei den Grenzplätzen ab Basel gilt auch hier: Der nächste Platz ist nicht automatisch der günstigste, und die Grenze allein spart kein Geld. Dazu kommen Anfahrt, Wechselkurs und die übliche Pflicht zu Vorabbuchung und Handicap-Nachweis.

Für einen Tapetenwechsel lohnt sich die Fahrt trotzdem. Drei gepflegte Plätze, alle gut bewertet, alle mit eigener Handschrift. Wer nur sparen will, vergleicht besser zuerst die Schweizer Seite — etwa mit Lipperswil im Thurgau — und schaut sich unsere Hebel zum Greenfee sparen an.

Kurz zusammengefasst

  • Für Golfer aus der Ostschweiz und dem Zürcher Norden sind die nächsten Auslandsplätze deutsch, nicht französisch: bei Schaffhausen und am Bodensee.
  • Rheinblick in Lottstetten liegt im Jestetter Zipfel zwischen Zürich und Schaffhausen: 18 Loch von Kurt Rossknecht, 4,6 Sterne aus 127 Bewertungen.
  • Obere Alp bei Stühlingen bietet 27 Löcher auf 800 Metern, dazu einen öffentlichen 9-Loch-Platz für den Einstieg, 4,6 Sterne aus 245 Bewertungen.
  • Bodensee Weissensberg stammt von Robert Trent Jones Senior, hat ein eigenes Hotel und die höchste Bewertung der drei: 4,7 Sterne aus 221.
  • Die Grenze allein spart kein Geld. Für einen Ausflug lohnen sich die Plätze, für den reinen Preisvergleich hilft die Übersicht der Grenzplätze.