Über die Grenze fahren gilt als Spartrick. Billiger Platz, gleicher Sport, ein kleiner Ausflug obendrauf. Von Basel aus liegen drei französische 18-Loch-Anlagen in Reichweite. Ob sich die Fahrt lohnt, hängt aber weniger vom Greenfee ab, als die meisten denken. Rechnen wir ehrlich nach.
Der nächste Platz ist der teuerste
Am schnellsten drüben bist du beim Golf & Country Club Basel. Der Platz liegt in Hagenthal-le-Bas, gleich hinter der Grenze im Sundgau. Von der Stadt aus sind es ein paar Minuten.
Nur: Das Greenfee startet bei CHF 150. Das ist mehr als der mittlere Schweizer Preis. Über alle 18-Loch-Plätze mit Preisangabe in unserer Datenbank liegt der Median bei CHF 120. Der nächstgelegene Franzose ist also teurer als die Hälfte aller Schweizer Plätze. Wer über die Grenze fährt, um zu sparen, spart hier nicht.
Wo Frankreich wirklich günstiger wird
Günstiger wird es weiter draussen. LaLargue in Mooslargue nennt für 18 Löcher 90 Euro werktags und 105 Euro am Wochenende. Dienstags gibt es aktuell eine Aktion für 60 Euro. Verbindlich ist immer der Tarif, den der Club am Tag deiner Runde nennt.
Auch Saint Apollinaire in Michelbach-le-Haut liegt in dieser Grössenordnung, rund 90 Euro unter der Woche. Beide sind tiefer im Sundgau, nicht direkt an der Grenze. Du zahlst weniger Greenfee, aber mehr Fahrzeit. Genau das ist der Tausch.
Der Euro spielt mit
Ein Detail hilft zusätzlich: Der Euro steht unter der Parität. Mitte Juli 2026 kostet ein Euro rund 0.92 Franken. 90 Euro sind damit etwa 83 Franken. Das macht die französischen Ab-Preise noch etwas attraktiver, als sie auf den ersten Blick wirken. Es bleibt aber ein Vorteil im zweistelligen Frankenbereich, kein Grund allein, ins Auto zu steigen.
Was die Fahrt kostet, steht auf keiner Rechnung
Die Fahrt ist der eigentliche Posten. Nach Mooslargue oder Michelbach bist du gut eine halbe Stunde unterwegs, pro Weg. Dazu Benzin, die Grenze und ein Nachmittag, der schneller weg ist, als dir lieb ist.
Wir schreiben das auch im Ratgeber zum Greenfee sparen: Rechne Fahrt und Zeit mit, sonst rechnest du dich arm. Ein gesparter Fünfziger beim Greenfee ist keiner, wenn er dich zwei Stunden Fahrt kostet.
Wann sich die Fahrt trotzdem lohnt
Es gibt gute Gründe, es trotzdem zu tun. Wohnst du im Westen von Basel, ist ein französischer Platz manchmal näher als jeder Schweizer 18-Loch-Platz. Die Dienstags-Aktion in LaLargue für 60 Euro schlägt fast jeden Schweizer Preis. Und ein neuer Platz ist ein neuer Platz. Abwechslung ist ein Wert für sich, auch ohne Ersparnis. Wer die Runde als Ausflug plant und nicht als reine Sparmassnahme, fährt zufrieden zurück.
Die Schweizer Gegenrechnung
Bevor du buchst, ein Blick auf die eigene Seite der Grenze. Limpachtal im Solothurnischen bietet 18 Löcher ab CHF 120 und ist für viele Basler bequem zu erreichen.
Und Les Bois im Jura gehört mit über 400 Google-Bewertungen zu den bekanntesten Plätzen der Region.
Wo die günstigsten Schweizer Runden gerade zu haben sind, siehst du live in unseren Bestenlisten. Und alle zehn Grenzplätze in Frankreich und Deutschland, sortiert nach Anfahrt, findest du in der Übersicht der Grenzplätze.
Kurz zusammengefasst
- Der nächste französische Platz ab Basel, der G&CC Basel in Hagenthal, kostet ab CHF 150. Das ist mehr als der Schweizer Median von CHF 120.
- Wirklich günstiger sind LaLargue und Saint Apollinaire mit rund 90 Euro werktags, dafür liegen sie tiefer im Sundgau.
- Der Euro unter der Parität hilft: 90 Euro sind Mitte Juli 2026 rund 83 Franken.
- Die gute halbe Stunde Fahrt pro Weg frisst einen Teil der Ersparnis. Rechne Zeit und Benzin mit.
- Als Ausflug lohnt sich die Fahrt, als reine Sparmassnahme selten. Schweizer Alternativen wie Limpachtal starten ebenfalls bei CHF 120.