Die meisten Schweizer Golfplätze verlangen an der Rezeption zwei Dinge: einen Ausweis mit Handicap und eine Versicherung. Wer beides nicht hat, kommt nicht auf den Platz. Daran bleiben die meisten Einsteiger hängen.

Es gibt aber einen Weg daran vorbei. Wir führen 118 Golfanlagen in der Schweiz. 33 davon sind Pay-and-Play: Du zahlst, du spielst. Kein Club, kein Ausweis. Hier stehen alle 33 — und was du tatsächlich damit anfangen kannst.

Was Pay-and-Play wirklich heisst

Der Begriff verspricht mehr, als er manchmal hält. Pay-and-Play heisst: Die Anlage lässt dich ohne Clubmitgliedschaft und ohne Gastausweis spielen. Es heisst nicht automatisch, dass du als kompletter Anfänger auf jeden Platz darfst.

Bei den grösseren Anlagen gilt für die 18-Loch-Runde oft eine Einschränkung, während der Kurzplatz daneben für alle offen ist. Diese Regel macht der Club, nicht wir. Ruf im Zweifel an. Das kostet zwei Minuten und erspart dir die Fahrt.

Zur Einordnung: Von unseren 118 Anlagen verlangen 79 einen Gastausweis, 6 sind reine Privatclubs, und 33 sind Pay-and-Play.

Die Aufteilung der 33 Anlagen

Pay-and-Play ist nicht gleich Golfplatz. Die 33 Anlagen verteilen sich so:

  • 15 richtige Golfplätze mit mindestens 9 Löchern
  • 6 Pitch-and-Putt-Anlagen
  • 6 Driving Ranges
  • 6 Indoor-Anlagen

Wenn du eine echte Runde spielen willst, sind also 15 Anlagen relevant. Neun davon haben einen 18-Loch-Platz. Das ist die ehrliche Zahl hinter der Schlagzeile.

Die 15 Plätze, nach Region sortiert

Zürich und Aargau: Otelfingen mit fünf Layouts auf einer Anlage, Winterberg mit 9 Löchern und einem 3-Loch-Kurzplatz, dazu Rheinfelden mit 9 Löchern.

Zentralschweiz: Oberkirch am Sempachersee, Rastenmoos bei Neuenkirch, Holzhäusern im Kanton Zug, der Golfpark Zürichsee in Wangen und Andermatt, wo Pay-and-Play sogar auf dem 18-Loch-Platz gilt.

Bern: der Golfpark Moossee in Münchenbuchsee und Aaretal in Kiesen.

Ostschweiz und Graubünden: Waldkirch im Kanton St. Gallen, Appenzell Gonten mit 18 Löchern und einem 5-Loch-Kurzplatz, sowie Brigels in der Surselva.

Romandie: La Côte am Signal de Bougy über dem Genfersee und Les Coullaux in Chessel.

Auffällig ist, wo nichts steht. In elf Kantonen findest du einen Pay-and-Play-Platz. Im Wallis, im Tessin und rund um Genf keinen einzigen — dort führen wir ohne Mitgliedschaft nur Pitch-and-Putt oder Indoor.

Die sechs Golfparks der Migros

Sechs der 15 Plätze gehören zur selben Familie. Die Migros betreibt in der Schweiz sechs Golfparks: Otelfingen, Moossee, Holzhäusern, Oberkirch, Waldkirch und Signal de Bougy. Alle sechs sind bei uns als Pay-and-Play erfasst. Der Golfpark Zürichsee trägt zwar denselben Zusatz im Namen, gehört aber nicht dazu.

Für Einsteiger ist das die berechenbarste Adresse. Die Anlagen folgen demselben Muster: ein grosser Platz, ein kürzerer daneben, oft ein Academy-Platz mit sechs Löchern, dazu Range und Restaurant.

In Otelfingen führen wir fünf Layouts auf einer einzigen Anlage: den 18-Loch-Championship, Front und Back Nine einzeln, den Altberg mit 9 Löchern und einen Academy-Platz mit sechs. Moossee hat 18 Löcher, 9 Löcher und einen Academy-Platz. In Holzhäusern kommen zum Zugersee-18-Loch ein 9-Loch-Rigi und ein Par-3-Platz mit neun Löchern.

Was es kostet — und was wir nicht wissen

Hier wird es unangenehm ehrlich. Für die 33 Pay-and-Play-Anlagen haben wir 48 Layouts erfasst. Für nur 12 davon liegt uns ein geprüfter Ab-Preis vor. Für den Rest steht in unserer Datenbank kein Greenfee — und deshalb schreiben wir hier auch keins hin. Den aktuellen Tarif nennt der Club auf seiner Website.

Was belegt ist:

  • Academy-Platz Moossee (6 Löcher) und Kurzplatz Appenzell Gonten (5 Löcher): ab CHF 25
  • Pitch-and-Putt Zürichsee (9 Löcher): ab CHF 30
  • Par-3-Platz Pilatus in Holzhäusern (9 Löcher): ab CHF 35
  • 18-Loch Appenzell Gonten: ab CHF 45
  • 9-Loch Aaretal: ab CHF 53
  • 9-Loch Moossee und 9-Loch Rigi in Holzhäusern: ab CHF 55
  • 9-Loch Brigels: ab CHF 90
  • 18-Loch Moossee und 18-Loch Zugersee in Holzhäusern: ab CHF 100
  • 18-Loch Zürichsee: ab CHF 130

Das Muster ist deutlich. Der Einstieg über einen Kurz- oder Academy-Platz kostet CHF 25 bis 35. Eine volle 18-Loch-Runde liegt zwischen CHF 45 und CHF 130 — also im selben Bereich wie auf vielen Clubplätzen. Pay-and-Play spart dir nicht zwingend Geld. Es spart dir den Ausweis. Wo beim Preis wirklich Spielraum liegt, steht in Greenfee sparen in der Schweiz. Alle Angaben sind Ab-Preise, verbindlich ist immer der Club.

Bewertungen, aber mit Vorsicht

Wir ziehen Google-Bewertungen mit. Bei den Pay-and-Play-Plätzen liegen fast alle zwischen 4.2 und 4.7, also eng beieinander. Aussagekräftig wird das erst mit genug Stimmen.

Appenzell Gonten kommt auf 4.6 aus 313 Bewertungen, Waldkirch auf 4.5 aus 389, Oberkirch auf 4.5 aus 446. Das sind belastbare Zahlen. Holzhäusern steht bei 4.4, allerdings aus nur 7 Bewertungen — das sagt praktisch nichts. Die Pitch-and-Putt-Anlage im Glarnerland hat 5.0 aus einer einzigen Bewertung. Solche Werte sollte man ignorieren, nicht feiern.

Womit ich anfangen würde

Wenn du noch nie einen Schläger in der Hand hattest: Geh auf einen Kurz- oder Academy-Platz. Appenzell Gonten hat einen 5-Loch-Kurzplatz ab CHF 25, Winterberg einen 3-Loch-Kurzplatz. Dafür brauchst du keine Platzreife, und niemand schaut dir auf die Finger.

Wenn du schon ein paar Mal auf der Range warst und eine richtige Runde willst: Ein 9-Loch-Platz ist die passende Grösse. Rastenmoos oder Winterberg dauern rund zwei Stunden und kosten deutlich weniger als eine 18er-Runde.

Und wenn du die Platzreife später doch machen willst: Wie der Kurs abläuft und was er kostet, steht in Platzreife in der Schweiz. Mein Rat bleibt derselbe: Spiel vorher ein paar Mal Pay-and-Play. Dann weisst du, ob du den Kurs überhaupt buchen willst.

Kurz zusammengefasst

  • 33 der 118 Schweizer Golfanlagen sind Pay-and-Play: kein Club, kein Ausweis. 79 verlangen einen Gastausweis, 6 sind privat.
  • Davon sind 15 richtige Golfplätze, 9 mit einem 18-Loch-Kurs. Der Rest sind Pitch-and-Putt, Ranges und Indoor-Anlagen.
  • Alle sechs Migros-Golfparks sind Pay-and-Play und für Einsteiger die berechenbarste Adresse.
  • Kurz- und Academy-Plätze starten ab CHF 25 bis 35. Eine 18-Loch-Runde kostet auch hier CHF 45 bis 130.
  • In elf Kantonen gibt es einen Pay-and-Play-Platz. Im Wallis, im Tessin und um Genf keinen einzigen.

Alle 33 Anlagen findest du gefiltert unter Zugang Pay-and-Play. Wer lieber nach Gegend sucht, startet in der Regionenübersicht.