Manche Dinge lernt man beim Golf erst nach der zwanzigsten Runde — obwohl sie in der ersten schon geholfen hätten. Ich bin spät zum Golf gekommen und habe alle Anfängerfehler selbst gemacht. Hier sind sieben davon, damit du sie überspringen kannst. Nichts davon ist Technik im engeren Sinn, es sind Handgriffe und Gewohnheiten.

1. Ziel dir ein realistisches Ziel

Anfänger zielen auf die Fahne. Fast immer ist das der falsche Punkt. Ziel auf die Mitte des Grüns, nicht auf die Fahne am Rand. Und wenn ein Wasserhindernis links liegt, plane rechts davon ein, nicht knapp drüber. Du spielst nicht dagegen an, du spielst um den Ärger herum. Das spart mehr Schläge als jede Schwungänderung.

2. Nimm mehr Schläger, als du denkst

Die meisten Anfänger unterschätzen, wie weit die Fahne weg ist, und überschätzen, wie weit sie schlagen. Das Ergebnis: Der Ball landet ständig zu kurz. Nimm im Zweifel ein Eisen mehr und schwing lockerer. Ein ruhiger Schlag mit dem längeren Schläger ist besser als ein verkrampfter Vollgas-Schlag mit dem kurzen.

3. Das kurze Spiel gewinnt die Runde

Rund die Hälfte aller Schläge passiert auf und rund ums Grün. Trotzdem üben alle den Driver. Wer eine Stunde Zeit hat, verbringt 40 Minuten mit Putten und Chippen und 20 mit dem langen Spiel. Das fühlt sich weniger spektakulär an, senkt deinen Score aber am schnellsten.

4. Spiel bereit, nicht der Reihe nach

Im Freizeitgolf musst du nicht warten, bis der am weitesten Entfernte gespielt hat. "Ready Golf" heisst: Wer bereit ist und niemanden gefährdet, schlägt. Das hält das Tempo hoch und nimmt Druck raus. Zum Thema Tempo und Rücksicht haben wir mehr in der Golf-Etikette geschrieben — das ist der Ratgeber, den ich Einsteigern zuerst gebe.

5. Löcher ausbessern, auch fremde

Zwei Handgriffe, die kaum jemand Anfängern zeigt: Ein Divot — das ausgeschlagene Rasenstück — legst du zurück oder füllst das Loch mit dem Sandgemisch vom Cart. Und ein Pitchmark, die Delle, die dein Ball beim Landen im Grün hinterlässt, reparierst du mit einer Gabel. Das dauert Sekunden, hält den Platz schön und macht dich sofort zum gern gesehenen Gast. Reparier ruhig auch mal einen fremden Pitchmark.

6. Weniger nachdenken, fester Ablauf

Anfänger denken beim Schwung an zehn Dinge gleichzeitig — und treffen genau deshalb schlecht. Bau dir eine kurze, immer gleiche Routine vor dem Schlag: hinter den Ball stellen, Ziel wählen, einmal ausatmen, schlagen. Der Körper kann nur eine Sache gut, wenn der Kopf ruhig ist. Diese Routine ist der wahrscheinlich unterschätzteste Hack von allen.

7. Übe da, wo es nichts kostet

Du musst nicht jede Verbesserung auf einer teuren Runde suchen. Auf der Driving Range und dem Übungsgrün kostet der Ball nichts. Pay-and-Play-Anlagen sind dafür ideal, weil du ohne Clubausweis hinkommst — zum Beispiel Otelfingen bei Zürich oder Moossee bei Bern. Eine Stunde Übungsgrün bringt dir mehr als drei gehetzte Löcher.

Und der Meta-Hack über allen: Nimm früh eine Lektion. Das meiste hier lernst du in einer halben Stunde bei einem Pro schneller als in einer ganzen Saison Ausprobieren. Was du zum Start an Ausrüstung brauchst, steht in Golfschläger für Anfänger.

Kurz zusammengefasst

  • Ziel auf die Mitte des Grüns, nicht auf die Fahne. Spiel um Hindernisse herum.
  • Nimm im Zweifel einen Schläger mehr und schwing lockerer.
  • Übe das kurze Spiel — dort fällt die Hälfte aller Schläge.
  • Spiel Ready Golf, bessere Divots und Pitchmarks aus, bau dir eine feste Routine.
  • Übe dort, wo es nichts kostet, und nimm früh eine Lektion.