Einmal im Jahr fährt die europäische Profitour ins Wallis. Vom 3. bis 6. September 2026 spielt das Omega European Masters wieder in Crans-Montana, und es ist das einzige Turnier der DP World Tour auf Schweizer Boden. Was diese Woche läuft, warum dort Jahr für Jahr so tief gescort wird und wie du selbst auf diesen Platz kommst.
Die Eckdaten zum Turnier 2026
Gespielt wird von Donnerstag bis Sonntag auf dem Crans-sur-Sierre Golf Club. Im Feld stehen 156 Spieler. Das Preisgeld liegt 2026 bei 3'750'000 Dollar, eine halbe Million mehr als im Vorjahr, als noch 3'250'000 Dollar ausgeschüttet wurden. Der Sieger bekommt den auf der Tour üblichen Anteil von 17 Prozent, also rund 637'000 Dollar. Dazu kommen 5000 Punkte für die Race to Dubai.
Titelverteidiger ist der Südafrikaner Thriston Lawrence, der 2025 gewonnen hat. Angeführt wird das Feld unter anderem von Patrick Reed, Ryan Gerard, Sergio Garcia, Nicolai und Rasmus Højgaard, Matt Wallace und Miguel Angel Jiménez. Aus Schweizer Sicht interessant: Joel Girrbach steht auf der Startliste. Der Thurgauer aus Kreuzlingen spielt seit 2023 fest auf der DP World Tour und vertrat die Schweiz 2024 an den Olympischen Spielen.
Welche Turniere in der Schweiz sonst noch für Zuschauer offen sind, haben wir in einem eigenen Artikel gesammelt: Golfturniere in der Schweiz 2026.
Vom Swiss Open 1923 zum European Masters
Das Turnier ist älter, als der heutige Name vermuten lässt. Gegründet wurde es 1923 als Swiss Open. Seit 1939 findet es fest in Crans-sur-Sierre statt. 1983 kam der Zusatz European Masters dazu, 1992 verschwand Swiss Open ganz aus dem Titel. 2009 war Crans das erste Turnier in Europa, das gemeinsam mit der Asian Tour ausgetragen wurde.
Eine Zahl aus der Turniergeschichte hat bis heute Bestand als Meilenstein: 1971 spielte der Italiener Baldovino Dassù in Crans eine 60. Es war die erste 60 über 18 Löcher auf der europäischen Tour überhaupt. Ausgefallen ist das Turnier in seiner langen Geschichte selten. 2020 traf es auch Crans, wie fast jedes Sportevent in jenem Jahr.
Warum in Crans so tief gescort wird
Der Platz liegt auf einem Plateau rund 1500 Meter über Meer, hoch über dem Rhonetal. In dieser Höhe ist die Luft dünner, und der Ball fliegt spürbar weiter. Genau das ist der Grund, warum in Crans regelmässig Runden fallen, die auf einem Platz im Flachland kaum möglich wären. Wer selbst schon einmal auf einem Bergplatz gespielt hat, kennt den Effekt: Das Eisen 7, das zu Hause 140 Meter fliegt, landet plötzlich hinter dem Grün.
Damit die Profis trotzdem etwas zu tun haben, wurde der Platz in den Neunzigerjahren von Severiano Ballesteros überarbeitet. Er zog die Spielbahnen enger und baute die Grüns neu. Der Championship-Kurs trägt seither seinen Namen. Wie sich Höhe auf eine Runde auswirkt, haben wir ausführlicher in Die höchstgelegenen Golfplätze der Schweiz beschrieben.
Der Platz, den die Profis spielen — und du auch
Das ist der Teil, den viele nicht wissen: Crans ist kein abgeschotteter Privatclub. Die Anlage ist für Gäste offen. In unserer Datenbank steht Crans-sur-Sierre mit einem 18-Loch-Championship-Platz über Par 72 und einem Greenfee ab 140 Franken. Dazu kommt ein 9-Loch-Platz über Par 32, den Jack Nicklaus gezeichnet hat. Zwei sehr unterschiedliche Runden auf demselben Plateau.
Bei Google steht die Anlage bei 4,5 Sternen aus 1312 Bewertungen. Das ist mit Abstand die meistbewertete Golfanlage der Schweiz — die Nummer zwei, Meggen am Vierwaldstättersee, kommt auf 653. Ehrlich eingeordnet sagt diese Zahl allerdings mehr über Bekanntheit als über Spielqualität: Ein Turnierplatz sammelt auch Bewertungen von Zuschauern, Wanderern und Restaurantgästen. Die Note selbst ist gut, aber nicht die höchste im Land. Wer nach Bewertungen sortieren will, findet die laufend aktualisierten Ranglisten in unseren Bestenlisten.
Wichtig für die Planung: In der Turnierwoche selbst brauchst du keine Startzeit zu suchen. Da gehört der Platz den Profis. Frag die Verfügbarkeit für die Wochen davor oder danach direkt beim Club an, der Andrang im September ist gross.
Was rund um Crans sonst noch geht
Das Wallis ist mit acht Anlagen in unserer Datenbank golferisch dichter besetzt, als viele denken. Unten im Tal, keine halbe Stunde entfernt, liegt Sierre in Granges mit 18 Löchern über Par 72. Ähnlich aufgestellt sind Sion und Leuk. Wer die Höhe sucht, findet sie auf den 9-Loch-Plätzen der Riederalp oder in Täsch bei Zermatt.
Eine Kombination, die sich anbietet: Turniertag als Zuschauer in Crans, am Tag darauf selbst eine Runde im Tal. Alle Walliser Anlagen mit Löchern, Par und Zugang stehen auf unserer Regionenseite Wallis, und der ganze Kanton im Überblick steht in Golf im Wallis.
Kurz zusammengefasst
- Das Omega European Masters läuft 2026 vom 3. bis 6. September in Crans-Montana. Es ist das einzige Turnier der DP World Tour in der Schweiz.
- 156 Spieler kämpfen um 3'750'000 Dollar. Titelverteidiger ist Thriston Lawrence, Joel Girrbach ist der Schweizer im Feld.
- Gegründet 1923 als Swiss Open, seit 1939 in Crans. 1971 fiel hier die erste 60 der europäischen Tour.
- Auf 1500 Metern fliegt der Ball weiter, deshalb die tiefen Scores. Ballesteros hat den Platz in den Neunzigerjahren enger gemacht.
- Gäste sind willkommen: 18 Loch Par 72 ab 140 Franken Greenfee, dazu ein 9-Loch-Platz von Jack Nicklaus. Mit 1312 Google-Bewertungen ist Crans die meistbewertete Anlage des Landes.
Mein Tipp, wenn du dieses Jahr nicht hinfährst: Schau dir am Sonntag die Schlussrunde an und merk dir die Löcher, die im Fernsehen gut aussehen. Beim nächsten Wallis-Wochenende spielst du sie selbst.