Beim ersten Mal auf dem Platz klingt Golf wie eine Geheimsprache. Birdie, Bogey, Eagle — lauter Vögel, und keiner erklärt, warum. Dabei ist das System dahinter einfach, und die Herkunft der Begriffe ist eine der schöneren Golfgeschichten. Der Reihe nach.

Alles hängt an einer Zahl: Par

Par ist die Schlagzahl, die ein guter Spieler für ein Loch oder eine Runde brauchen sollte. Ein Par 4 heisst: vier Schläge sind das Soll. Alle anderen Begriffe messen sich an dieser Zahl. Wer weniger braucht, ist unter Par; wer mehr braucht, drüber.

Der Begriff stammt ursprünglich aus der Börsensprache: "at par" hiess, ein Wert steht auf seinem normalen Stand. Golf hat das übernommen.

Das Birdie: ein amerikanischer Slang-Vogel

Ein Birdie ist ein Schlag unter Par. Auf einem Par 4 also drei Schläge. Der Name kommt aus den USA um die Jahrhundertwende. "Bird" war damals amerikanischer Slang für etwas Erstklassiges — vergleichbar mit "stark" oder "ein Hammer" heute.

Die überlieferte Geschichte spielt im Atlantic City Country Club. Ein Spieler namens Ab Smith soll nach einem hervorragenden Annäherungsschlag von einem "bird of a shot" gesprochen haben. Er lochte zum Schlag unter Par, und fortan hiess ein solches Ergebnis Birdie. Die Quellen datieren die Szene meist auf 1903, einzelne nennen frühere Jahre — die genaue Jahreszahl ist historisch nicht ganz gesichert. Der Kern der Geschichte ist es.

Eagle und Albatross: der Vogel wird grösser

War das Birdie einmal etabliert, lag der Rest nahe. Wer noch besser spielt, verdient einen grösseren Vogel:

  • Eagle (Adler): zwei Schläge unter Par. Auf einem Par 5 also drei Schläge.
  • Albatross: drei Schläge unter Par. Extrem selten, die meisten Golfer erleben in ihrem Leben keinen.

Das Hole-in-one steht daneben: der Ball vom Abschlag direkt ins Loch. Auf einem Par 3 ist das gleichzeitig ein Eagle.

Das Bogey: der Vogel, der keiner ist

Das Bogey fällt aus der Reihe. Es ist ein Schlag über Par und hat mit Vögeln nichts zu tun. Der Name geht auf ein britisches Lied der 1890er zurück, den "Bogey Man" — eine Art Schreckgestalt. Damals bezeichnete "bogey score" das ideale Ergebnis, das ein guter Spieler anstreben sollte, gewissermassen der unsichtbare Gegner.

Mit der Zeit verschob sich die Bedeutung. Als das Par-System sich durchsetzte, rutschte das Bogey auf einen Schlag über Par. Dabei ist es geblieben:

  • Bogey: ein Schlag über Par.
  • Double Bogey: zwei über Par. Danach folgen Triple Bogey und so weiter.

Warum das für Einsteiger wichtig ist

Als Anfänger wirst du viele Bogeys und Double Bogeys spielen, und das ist völlig normal. Ein Bogey pro Loch summiert sich über 18 Löcher zu einem Score von 90 bei Par 72 — für die meisten Freizeitgolfer ein gutes Ergebnis. Das Birdie kommt später und bleibt selten. Genau das macht es besonders.

Wie sich dein Score aufs Handicap auswirkt, steht in Golf Handicap verstehen. Und wenn du die Begriffe auf dem Platz gleich ausprobieren willst: Günstige Runden zum Üben findest du auf Pay-and-Play-Anlagen wie Moossee bei Bern oder Holzhäusern im Kanton Zug.

Kurz zusammengefasst

  • Par ist das Soll. Alle anderen Begriffe messen sich daran.
  • Birdie: einer unter Par. Eagle: zwei unter. Albatross: drei unter, sehr selten.
  • Bogey: einer über Par. Double Bogey: zwei über.
  • Die Vogel-Namen kommen vom US-Slang "bird" für etwas Erstklassiges. Bogey stammt aus einem britischen Lied der 1890er.
  • Als Einsteiger sind Bogeys normal — ein Score um 90 ist ein solides Ergebnis.

Quellen zur Wortherkunft: Golfhistorische Sammlungen wie Scottish Golf History und die Chronik des Atlantic City Country Club. Bei der Birdie-Anekdote weichen die Jahresangaben je nach Quelle ab.