Der Kanton Zürich hat 14 Golfanlagen. Das sind mehr als in jedem anderen Kanton der Schweiz — Graubünden und die Waadt kommen auf je 13. Wer hier wohnt, erreicht fast jeden davon in unter einer Stunde. Trotzdem höre ich oft, in Zürich könne man ja kaum spielen. Das stimmt nicht. Man muss nur wissen, welcher Platz einen überhaupt reinlässt.
Was im Kanton Zürich steht
Von den 14 Anlagen sind 12 richtige Golfplätze. Dazu kommen zwei reine Übungsanlagen: Albis-Golf in Wettswil und der Golf Park Thalwil. Beide haben eine Driving Range, aber keine Löcher zum Spielen. Für eine Stunde Bälle schlagen nach Feierabend sind sie ideal, für eine Runde nicht.
Bei den 12 Plätzen teilt sich das Feld sauber: 7 Anlagen haben einen 18-Loch-Platz, 5 sind reine 9-Loch-Anlagen. Die grösste Auswahl bietet Lägern in Otelfingen. Dort gibt es einen 18-Loch-Championship-Platz, dazu den Altberg mit 9 Löchern und eine 6-Loch-Academy. Das ist die einzige Anlage im Kanton, auf der du vom ersten Ball bis zum Turnier alles auf demselben Gelände machst.
Die Zugangsfrage entscheidet mehr als der Preis
Hier wird es für Gäste interessant. Von den 12 Plätzen sind 4 privat: Breitenloo, das Dolder, Schönenberg und Zürich Zumikon. Privat heisst nicht, dass du nie hinkommst, aber es heisst: Mitglied im Schlepptau oder gar nicht.
6 weitere Plätze nehmen Gäste mit gültigem Ausweis. Und 2 sind Pay-and-Play: Otelfingen und Winterberg. Da brauchst du keinen Clubausweis, du buchst und spielst. Für Einsteiger sind das im Kanton Zürich die beiden realistischen Adressen.
Der Punkt, den die meisten übersehen: 7 der 12 Plätze lassen Gäste ausschliesslich werktags spielen. Am Wochenende gehört der Platz den Mitgliedern. Das betrifft Breitenloo, das Dolder, Hittnau, Schloss Goldenberg, Schönenberg, Unterengstringen und Zumikon. Über die Hälfte also. Wer nur samstags Zeit hat, dem bleiben im ganzen Kanton fünf Plätze. Das ist die eigentliche Einschränkung in Zürich — nicht die Anzahl, sondern der Kalender.
Was eine Runde kostet
Und hier muss ich ehrlich sein: Bei den Greenfees ist unsere Datenlage im Kanton Zürich dünn. Von den 12 Plätzen haben wir nur für 4 einen geprüften Ab-Preis. Ich schreibe lieber nichts, als eine Zahl zu raten, die dich am Schalter blamiert.
Was wir belegt haben: Augwil startet bei CHF 70 für 9 Löcher, Bubikon bei CHF 80. Am anderen Ende stehen Breitenloo und Zumikon mit je CHF 200 aufwärts. Das ist fast der Faktor drei zwischen dem günstigsten und dem teuersten Eintrag, den wir sicher kennen.
Augwil führt seine Tarife besonders transparent, deshalb hier als Beispiel, wie so eine Preisstruktur wirklich aussieht: Der 9-Loch-Basistarif liegt bei CHF 70 werktags und CHF 85 am Wochenende und an Feiertagen. Eine Zusatzrunde über 9 Löcher kostet CHF 45. Mitglieder eines Schweizer Golfclubs bekommen CHF 10 Rabatt auf den Basistarif, ASGI-Mitglieder CHF 5. Junioren bis 18 zahlen die Hälfte, Studenten bis 27 zwanzig Prozent weniger. Voraussetzung ist eine aktive Mitgliedschaft und Handicap 54 oder besser. Bei den anderen Clubs gilt: Der aktuelle Tarif steht auf der Club-Website, und verbindlich ist immer der Club.
Wie du generell weniger zahlst — werktags spielen, Sunset-Tarife, 9 statt 18 Löcher — steht ausführlich in Greenfee sparen in der Schweiz.
Wo die Zürcher am zufriedensten sind
Bei den Google-Bewertungen liegen drei Plätze an der Spitze, alle mit 4.7: Breitenloo (99 Bewertungen), Hittnau (81) und das Dolder (65). Zwei davon sind privat, einer nimmt Gäste nur werktags. Die Spitze ist also genau dort, wo du am schwersten hinkommst — das ist kein Zufall.
Aussagekräftiger finde ich die Plätze mit vielen Bewertungen. Bubikon hat 294 Stimmen bei 4.2, Otelfingen 265 bei 4.5, Augwil 216 bei 4.6 und Winterberg 214 bei 4.6. Das sind Zahlen, auf die man sich stützen kann. Eine 4.7 aus 65 Bewertungen ist schöner anzusehen, aber weniger belastbar als eine 4.5 aus 265.
Und noch ein Hinweis zur Einordnung: Google-Bewertungen messen den Gesamteindruck einer Anlage, nicht die Qualität des Platzes. Ein freundliches Restaurant und ein grosser Parkplatz heben die Zahl, ein schwieriges Grün senkt sie. Nimm die Werte als Stimmungsbild, nicht als Ranking.
Golf in der Stadt Zürich
Wer wörtlich in der Stadt spielen will, hat genau eine Option: das Dolder, 9 Löcher, Postleitzahl 8032. Der Platz liegt am Zürichberg über der Stadt. Er ist privat und nimmt Gäste nur werktags. Realistisch ist er für die meisten also kein Ziel, sondern eine Kuriosität — ein Golfplatz mitten in einer Grossstadt.
Alles andere liegt im Umland, aber nah. Unterengstringen ist vom Hauptbahnhof in gut zwanzig Minuten erreichbar, Otelfingen und Thalwil ähnlich. Für Zürcher Verhältnisse ist Golf damit erstaunlich gut erschlossen.
Womit ich anfangen würde
Wenn du im Kanton Zürich neu einsteigst, ist der Weg ziemlich klar. Erst ein paar Körbe auf einer Range — Albis-Golf oder Thalwil, ohne jede Hürde. Dann die Platzreife, danach eine 9-Loch-Runde auf Winterberg oder Otelfingen, weil du dort ohne Clubausweis spielst. Was die Platzreife kostet und wie sie abläuft, steht in Platzreife in der Schweiz.
Erst danach lohnt sich der Blick auf die grossen Plätze. Und dann merkst du schnell, dass die Frage in Zürich selten lautet, welcher Platz der schönste ist. Sondern welcher dich am Samstag reinlässt.
Kurz zusammengefasst
- 14 Anlagen, mehr als in jedem anderen Kanton. 12 Golfplätze, 2 reine Driving Ranges.
- 7 Plätze mit 18 Löchern, 5 reine 9-Loch-Anlagen. Otelfingen ist mit 18er, 9er und Academy die grösste Anlage.
- 7 der 12 Plätze nehmen Gäste nur werktags. Wer samstags spielt, hat noch fünf zur Auswahl.
- Ohne Clubausweis geht es auf zwei Plätzen: Otelfingen und Winterberg.
- Geprüfte Greenfees haben wir nur für 4 von 12 Plätzen: ab CHF 70 (Augwil) bis CHF 200 (Breitenloo, Zumikon). Verbindlich ist immer der Club.
Alle 14 Anlagen mit Löchern, Par, Zugang und Bewertungen findest du auf unserer Regionenseite Zürich. Wenn dir bei einem Platz ein aktueller Greenfee-Tarif bekannt ist, den wir noch nicht haben: schreib uns, wir prüfen und ergänzen ihn.