Zwei Golfer, ein Team, und schon geht das Durcheinander los. Fourball, Vierball, Bestball, Vierer: Diese Begriffe fallen ständig, und manche meinen dasselbe, andere gerade nicht. Wer bei einem Firmenturnier oder vor dem Ryder Cup mitreden will, sollte sie auseinanderhalten. Hier steht, was wirklich dahintersteckt.

Fourball: jeder spielt seinen eigenen Ball

Fourball ist die Spielform, um die es meistens geht. Das Regelwerk von R&A und USGA behandelt sie in Regel 23. Zwei Partner bilden eine Seite. Jeder spielt seinen eigenen Ball über das ganze Loch. Gewertet wird pro Loch nur das bessere der beiden Ergebnisse. Braucht der eine eine Sechs und der andere eine Vier, zählt die Vier.

Der Reiz liegt in der Absicherung. Verhaut ein Partner den Abschlag, spielt der andere sicher weiter, und die Seite verliert nichts. Genau deshalb kann einer aggressiv angreifen, während der andere den soliden Ball ins Spiel bringt. Fourball lässt sich als Zählspiel oder als Lochspiel spielen. Der Unterschied zwischen beiden steht in unserem Artikel Matchplay gegen Zählspiel.

Und was ist Bestball genau?

Hier wird es knifflig. Im Alltag sagen viele Golfer Bestball und meinen damit genau das Fourball von oben. In der Sprache der Übertragungen und Clubs sind die beiden Wörter fast Synonyme. Streng nach Regelwerk sind sie es nicht.

Regel 23 nennt Best-Ball als eigene Variante des Lochspiels: Ein einzelner Spieler tritt gegen eine Seite aus zwei oder drei Partnern an, von denen jeder seinen eigenen Ball spielt. Also einer gegen zwei oder drei, nicht zwei gegen zwei. Diese Form spielt heute kaum jemand, aber sie erklärt, warum der Begriff überhaupt existiert. Merke: Sagt jemand Bestball, ist fast immer das klassische Fourball zu zweit gemeint.

Der Vierer ist etwas ganz anderes

Am häufigsten wird Fourball mit dem Vierer verwechselt, und das ist der grösste Fehler. Der Vierer, englisch Foursome, steht in Regel 22 und heisst auch Alternate Shot. Zwei Partner teilen sich einen einzigen Ball und schlagen abwechselnd. Der eine schlägt ab, der andere spielt den zweiten Schlag, dann wieder der erste, und so weiter, bis der Ball im Loch ist.

Das ist deutlich anspruchsvoller. Es gibt keinen zweiten Ball zur Absicherung. Ein misslungener Schlag trifft direkt den Partner, der ihn ausbaden muss. Fourball verzeiht Fehler, der Vierer bestraft sie. Wer die beiden verwechselt, steht am ersten Abschlag schnell blöd da.

Warum die Begriffe durcheinandergeraten

Den grössten Anteil an der Verwirrung hat der Ryder Cup. Das Duell zwischen Europa und den USA wird in drei Formen gespielt: acht Fourballs, acht Foursomes und zwölf Einzel, zusammen 28 Punkte. Wer 14,5 Punkte holt, gewinnt. In den englischen Übertragungen heisst Fourball fast immer best ball und Foursome heisst alternate shot. Zwei Namen für dieselbe Sache, je nachdem, wer spricht.

Dazu kommt das Deutsche: Vierball ist die wörtliche Übersetzung von Fourball, klingt aber fast wie Vierer. Kein Wunder, dass Einsteiger die Übersicht verlieren. Die einfache Eselsbrücke: Zwei Bälle pro Seite ist Fourball oder Bestball. Ein Ball pro Seite ist Vierer.

Wo du diese Formen spielst

In der Schweiz begegnet dir Fourball vor allem bei Clubturnieren und lockeren Partnerrunden. Viele Anlagen tragen im Sommer offene Fourball-Turniere aus, oft in der entspannten Stableford-Wertung. Ein guter Ort für den Einstieg ist Otelfingen bei Zürich, wo du auch ohne Clubmitgliedschaft auf den Platz kommst. Wer die grosse Kulisse mag, findet in Crans-sur-Sierre im Wallis einen Championship-Platz, auf dem regelmässig Profis in genau diesen Formen antreten.

Noch geselliger wird es beim Scramble, der beliebtesten Form für Firmen- und Charityturniere. Dort spielt das ganze Team von der besten Kugel weiter, und selbst Anfänger halten mit. Wie das genau läuft, steht in Scramble einfach erklärt.

Kurz zusammengefasst

  • Fourball (Regel 23): zwei gegen zwei, jeder spielt seinen eigenen Ball, pro Loch zählt das bessere Ergebnis.
  • Bestball meint umgangssprachlich dasselbe. Im Regelwerk ist es eine seltene Variante: einer gegen zwei oder drei.
  • Vierer (Regel 22, Alternate Shot): zwei Partner, ein Ball, abwechselnd geschlagen. Kein Sicherheitsnetz.
  • Eselsbrücke: zwei Bälle pro Seite ist Fourball, ein Ball pro Seite ist Vierer.
  • Der Ryder Cup läuft in Fourballs, Foursomes und Einzeln. Best ball und alternate shot sind nur die englischen Namen dafür.